Das spanische Theater des Goldenen Zeitalters

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Ursprünge des spanischen Theaters

Das mittelalterliche Theater umfasste dramatische Texte in kastilischer Sprache sowie das Auto de los Reyes Magos. In der Renaissance entwickelten sich verschiedene Trends: religiöses Drama, italienische Einflüsse, Klassik und nationalistische Tendenzen.

Das Theater von Cervantes

Cervantes' Schaffen unterteilt sich in zwei Phasen: Die erste Phase vor dem Triumph von Lope de Vega, als seine Werke großen Erfolg hatten, und die zweite Phase, in der er Komödien und Farcen schrieb.

Autos Sacramentales

Diese Stücke dienten als Angelpunkt für die symbolische Darstellung der Eucharistie. Sie perfektionierten die Verwendung der Allegorie und boten eine spektakuläre szenische Entwicklung.

  • Eigenschaften: Struktur in einem Akt, didaktischer und religiöser Charakter in Verbindung mit dem Fronleichnamsfest (Corpus Christi).
  • Aufführung: Ursprünglich in Kirchen, später auf mobilen Bühnen (carros), die auch den Schauspielern und Musikern Platz boten.

Die Nationale Komödie (Comedia Nueva)

Begründet durch Lope de Vega und weiterentwickelt bis hin zu Calderón de la Barca.

Merkmale und Struktur

  • Mischung: Lope verband Tragik mit Komik, um das Leben in seiner Gesamtheit abzubilden.
  • Dramatische Einheiten: Barocke Werke brachen mit den Einheiten von Zeit und Ort. Die Handlungseinheit wurde gewahrt, wobei jedoch mehrere Handlungsstränge möglich waren.
  • Aufbau: Die Werke sind in drei Akte unterteilt: Exposition (1. Akt), Knoten (Rest des 1. bis 3. Aktes) und das Ergebnis (Ende des 3. Aktes).

Sprache und Charaktere

Das Decoro (dramatischer Anstand) forderte eine der sozialen Rolle angemessene Sprache. Lope bevorzugte eine reine, keusche Sprache und nutzte die Polimetría (Vielzahl an Versmaßen).

Grundtypen der Charaktere:

  • Dame: Schön, edel, intelligent.
  • Galán: Edel, großzügig, loyal.
  • Poderoso: Mächtig, oft gewalttätig oder machtmissbrauchend.
  • Gracioso: Die komische Figur, oft das Gegenteil des Helden.
  • Criada: Das weibliche Gegenstück zum Gracioso.

Typen des Dramas

Man unterscheidet zwischen ernsten Werken (Tragödien, Tragikomödien) und komischen Werken (Komödien, Burlesken). Kürzere Stücke wie Entremeses, Loas oder Bailes dienten als Zwischenspiele.

Lope de Vega

Er schuf die Comedia Nacional. Seine Werke zeichnen sich durch die Mischung von kultivierten und volkstümlichen Elementen aus. Ein Hauptwerk ist El Caballero de Olmedo, eine Tragödie über Liebe, Tod und Schicksal.

Tirso de Molina

Ein Schüler von Lope, bekannt für intellektuelle Tiefe und starke Frauenfiguren. Sein Werk Der Verführer von Sevilla (El Burlador de Sevilla) ist der Ursprung der Don-Juan-Figur.

Calderón de la Barca

Sein Werk ist geprägt von einem hohen intellektuellen Ton und komplexer Struktur. Er bietet eine pessimistischere Sicht auf die menschliche Natur.

La vida es sueño (Das Leben ein Traum)

Das Werk thematisiert Schicksal, freien Willen, Selbstbeherrschung und Gerechtigkeit anhand der Geschichte von Segismundo, der in einem Turm gefangen gehalten wird.

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