Die Spanische Verfassung von 1812 und ihre Gesetzgebung
Eingeordnet in Geschichte
Geschrieben am in
mit einer Größe von 3,24 KB
Die Verfassung
Die Mitglieder verkündeten die nationale Souveränität und den verfassungsrechtlichen Status der Gerichte – zwei grundlegende Prinzipien des Liberalismus. Der Liberalismus hatte sich seit der Regierungszeit von Carlos IV. ausgebreitet und wurde durch den Krieg weiter verbreitet. Die Sitzungen waren von einer Atmosphäre der Übereinkunft zwischen traditionellen und liberalen Positionen geprägt.
So bekräftigte die Verfassung ihre Basis in der spanischen Tradition und proklamierte die katholische Religion als die einzige zulässige. Ihre Ausgestaltung war vom gemäßigten Liberalismus inspiriert.
Die wichtigsten Merkmale:
- Nationale Souveränität: Die Nation umfasst die Gesamtheit aller Bürger beider Hemisphären, also die Einheit zwischen Spaniern und Amerikanern.
- Staatsform: Parlamentarische Monarchie.
- Verteilung der Zuständigkeiten:
- Legislative: Die gesetzgebende Gewalt liegt bei den Gerichten (Cortes) gemeinsam mit dem König. Die Amtszeit der Abgeordneten beträgt zwei Jahre.
- Exekutive: Der König ernennt die Minister und Staatssekretäre ohne parlamentarische Kontrolle, kann jedoch das Parlament nicht auflösen. Die Cortes überwachen die Außenpolitik.
- Judikative: Die Unabhängigkeit der Gerichte wird garantiert.
- Wahlrecht: Universelles männliches Wahlrecht (ab 25 Jahren), indirekt gewählt. Für die Wählbarkeit als Abgeordneter galt ein Zensus (nur für Wohlhabende).
- Grundrechte: Es gibt keine explizite Erklärung der Menschenrechte, jedoch wurde die Pressefreiheit offiziell verankert.
- Militär: Ein stehendes Heer unter Kontrolle der Cortes. Zudem wurde eine zivile Miliz (Nationalgarde) zur Verteidigung des liberalen Staates gegründet.
- Verwaltung: Einführung politischer Führer als Bindeglied zwischen Zentralregierung und Provinzen. Die Gemeinderäte werden durch die Bevölkerung gewählt.
- Bildung: Einführung einer obligatorischen Grundschulbildung.
Ordentliche Gesetzgebung
Die ordentliche Gesetzgebung war von großer Bedeutung, da sie den Abbau des Ancien Régime einleitete, insbesondere in der Wirtschaftsstruktur. Sie legte den Grundstein für den wirtschaftlichen Liberalismus und die Agrarreform durch Enteignungen und die Beseitigung feudaler Bindungen.
Die wichtigsten Dekrete:
- Abschaffung der feudalen Gerichtsbarkeit: Dies hatte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, da Grundherren das Land von Bauern behielten, die ihr Eigentum nicht formal nachweisen konnten.
- Einziehung von Vermögenswerten: Beschlagnahmung von ungenutztem Land.
- Beseitigung der Primogenitur (Erbfolge des Erstgeborenen).
- Abschaffung der Zünfte.
- Pressefreiheit: Mit Ausnahme von religiösen Themen.
- Abschaffung der Inquisition: Sowie Einziehung des Vermögens militärischer Orden und Klöster.