Spanische Wirtschaft: Industrieller Wandel (1900–1930)
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Die Entwicklungen in der Branche
Energie und technologischer Wandel
Zu den Ursachen für die Veränderungen in der spanischen Wirtschaft im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zählt die Nutzung neuer Energiequellen, insbesondere die Verbreitung von Strom und Öl. Die kommerzielle Nutzung von Elektrizität und Transportmitteln ermöglichte eine effizientere industrielle Produktion und senkte die Herstellungskosten. Die Elektrifizierung in Spanien verlief in zwei Phasen: Beleuchtung und Automobilindustrie. Zudem gab es Fortschritte bei der Übermittlung von Informationen durch den Ausbau von Telegrafie, Telefonie und Radio.
Industrielles Wachstum
Das Industrieprodukt pro Kopf stieg, und die industrielle Struktur durchlief einen tiefgreifenden Wandel mit der Entstehung neuer sowie der Vertiefung bestehender Industriezweige.
Traditionelle Sektoren und neue Industrien
Unter den traditionellen Sektoren expandierte die katalanische Textilindustrie zwar weiter, verlor jedoch an Gewicht. Auch die Lebensmittelindustrie war rückläufig. Die chemische Industrie konsolidierte sich durch die Herstellung von Düngemitteln, Medikamenten, Farben und Sprengstoffen. Die Stahlindustrie wuchs erheblich in Biskaya, wo 1902 das Unternehmen Altos Hornos de Vizcaya gegründet wurde. Auch in Kantabrien entstand mit Nueva Montaña S.A. ein bedeutendes Stahlunternehmen.
Zu den neuen Branchen zählte die schnell wachsende Elektrizitätswirtschaft. Zudem verzeichnete die metallurgische Industrie ein bedeutendes Wachstum, insbesondere in den Bereichen Fahrzeugbau und Gerätefertigung. Das Flottenwachstum spornte die Gründung von Unternehmen für den Vertrieb von Mineralölerzeugnissen an, wie etwa Campsa im Jahr 1927. Der Bausektor erhielt durch die Konsolidierung der Zementindustrie einen massiven Schub.
Territoriale Verteilung der Industrie
Die Industrialisierung weitete sich auf weitere Gebiete aus. Madrid entwickelte sich zur dritten industriellen Region. Weitere bedeutende Zentren waren Galizien (Konservenindustrie), Saragossa und Sevilla. Auch die Möbel- und Spielzeugindustrie gewannen an Bedeutung, vor allem in Valencia. Dennoch konnte die territoriale Verteilung der Industrie die tiefen Ungleichgewichte bei der Einkommensverteilung zwischen den spanischen Regionen nicht beheben.
Staatlicher Interventionismus
Ein Merkmal der spanischen Wirtschaft im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts war die Beschränkung des Wettbewerbs durch ständige staatliche Eingriffe. Unternehmen setzten Preisabsprachen durch und teilten Märkte untereinander auf, was zu höheren Verkaufspreisen als im Ausland führte. Die staatliche Intervention manifestierte sich in zwei Richtungen:
- Gewährung von Beihilfen für private Investitionen in technologisch fortgeschrittene Industrien, was den Protektionismus verstärkte.
- Ausdrücklicher Schutz der Kohleindustrie.
Diese Schutzmaßnahmen hatten negative Auswirkungen auf die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, förderten jedoch technologische Fortschritte und die Entstehung neuer Wirtschaftszweige.
Entwicklung der Infrastruktur
Die Verbesserung des Straßennetzes absorbierte den Großteil der staatlichen Investitionen. Die Kilometerzahl der Straßen nahm deutlich zu, ebenso wie die Unterstützung für das Eisenbahnnetz. Das Telegrafennetz wuchs und verbesserte die Qualität der Übertragungen. Auch die Telefonie wuchs durch die Gründung der National Telephone Company of Spain (Telefónica) stark an. Die staatlichen Investitionen zur Stimulierung der Wirtschaft führten insgesamt zu einer Erhöhung der Staatsausgaben.