Das Ende des Spanischen Bürgerkriegs 1939: Eine Bilanz
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Das Jahr 1939 und das Ende der Republik
Das Jahr 1939: Das Scheitern der Münchner Konferenz bedeutete für die Republik den Verlust ihrer letzten Chance. Es wurde versucht, eine Vereinbarung mit den Siegern zu erreichen, um den Krieg vorzeitig zu beenden und weitere Verluste an Menschenleben zu vermeiden.
Die Katalonien-Offensive
Die Kampagne von Katalonien: Die am 23. Dezember gestartete Offensive schritt sehr schnell voran. Die republikanische Armee konnte den Vormarsch nur verlangsamen, während Barcelona evakuiert wurde. Viele Zivilisten und Militärangehörige flohen an die Grenze zu Frankreich. Barcelona ergab sich am 26. Januar kampflos, und die Franco-Truppen erreichten die katalanischen Pyrenäen am 13. Februar.
Der republikanische Zusammenbruch und der Fall von Madrid
Trotz der Parolen der Regierung Negrin, bis zum Ende Widerstand zu leisten, war im Januar 1939 jedem bewusst, dass es keinen Sinn ergab, den Krieg zu verlängern, da er bereits verloren war. Francos Antwort war stets, dass er nur eine bedingungslose Kapitulation akzeptieren würde. Schließlich beschlossen Oberst Casado und der Führer Julián Besteiro, einen Staatsstreich in Madrid durchzuführen. Negrin wurde zum Rücktritt gezwungen, und die Putschisten bildeten einen Verteidigungsrat. Die Hauptstadt Spaniens ergab sich Franco, der lediglich vage Versprechungen von Milde für die Besiegten machte. Am 28. März zogen Francos Truppen schließlich in Madrid ein. Die militärischen Ziele führten zur Einnahme von Alicante, wo 15.000 Menschen im überfüllten Hafen festsaßen.
Das offizielle Ende des Krieges
Das Ende des Krieges: Am 1. April erließ Franco seine letzte Kriegsmeldung; der Krieg war in militärischer Hinsicht beendet, doch die Rache an den Besiegten sollte noch viele Jahre andauern. Um seine Position zu verdeutlichen, erließ Franco bereits im Februar 1939 das Gesetz über die politische Verantwortung. Danach galt jeder, der in irgendeiner Weise das republikanische Regime unterstützt hatte, als Rebell und Verräter Spaniens und war somit von Gefängnisstrafen oder dem Tod bedroht.
Bilanz und Folgen des Bürgerkriegs
Der Bürgerkrieg war eine menschliche Tragödie für alle Spanier, geprägt von Tod, Zwietracht und einem wirtschaftlichen Rückschritt. Es dauerte mehr als 20 Jahre, um die Verluste auszugleichen. Die Strapazen und Entbehrungen des Krieges führten zwischen 1936 und 1940 zu einem Anstieg der Sterblichkeit, der auf 324.000 Opfer geschätzt wird. Insgesamt führte der Bürgerkrieg zu einem potenziellen Verlust von etwa 1.300.000 Menschen.
Materielle und wirtschaftliche Schäden
- Zerstörung von Wohnraum: Über 192 Städte verloren mehr als 60 % ihrer Gebäude.
- Infrastruktur: 78,6 % der Straßen wurden zerstört oder schwer beschädigt.
- Handelsmarine: Rückgang der Kapazitäten um über 30 %.
- Landwirtschaft: Rückgang der Produktion um 21 % im Vergleich zu 1935; Viehbestand sank um 35 % gegenüber 1933.
- Industrie: Rückgang der Produktion um 30 % im Vergleich zu 1935.
- Einkommen: Das Einkommensniveau eines durchschnittlichen Arbeitnehmers sank um 31 %.