Spanischer Barock: Architektur und Skulptur im Überblick

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Die spanische Barockarchitektur

Die spanische Barockarchitektur spiegelt den europäischen Charakter ihrer prachtvollen städtischen Kreationen und einzigartigen Gebäude wider, die unter den wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen des 17. Jahrhunderts entstanden. Civil Construcciones (Ingenieurbauten) sind Teil des barocken Stils, geprägt durch den Herrera-Stil der Habsburger: Ecktürme mit Turmspitzen, Schieferdächer, Ziegel- und Steinmauerwerk sowie nüchterne Verzierungen.

Die europäische Stadtplanung findet in Madrid keine direkte Entsprechung; die wirtschaftliche Schwäche der Stadt spiegelt sich im Fehlen größerer Pläne zur Umgestaltung der alten Viertel wider. Dennoch entwickelte sich das Modell der „Plaza Mayor“ als traditionelles Zentrum für Handel und Unterhaltung. Diese Orte eigneten sich für Theateraufführungen, Stierkämpfe oder öffentliche Veranstaltungen. Sie sind meist rechteckig angelegt und von Häusern mit Arkadengängen im Erdgeschoss umgeben. Die Fassaden zeichnen sich durch drei bis vier Etagen mit Balkonen und Gauben auf dem Dach aus – eine regelmäßige und einfache Bauweise.

Madrid als Zentrum des Barock

Unter Philipp II. wurde Madrid zur Hauptstadt des Reiches. Dies erforderte eine städtebauliche Anpassung an die neue Rolle, auch wenn die Entwicklung hinter Paris zurückblieb. Der Hauptplatz wurde zum neuen Zentrum der Stadt. Er diente als Kulisse für die Statue des Königs und wurde meist von Gemeindegebäuden eingerahmt. Da er außerhalb der Hauptverkehrsstraßen lag, entstand eine geschlossene Umgebung, im Gegensatz zu den offeneren französischen Plätzen.

Der Aufstieg des Churrigueresco

Mit der Thronbesteigung der Bourbonen im 18. Jahrhundert kam es zu einer wirtschaftlichen Belebung, die den spanischen Barock zu seinem Höhepunkt führte. In Kastilien waren die Churriguera – Architekten, Bildhauer und Altarbauer – die repräsentativsten Figuren. Ihr Stil prägte den Begriff „Churrigueresco“, der den spanischen Barock maßgeblich definierte.

Alberto de Churriguera gestaltete die Plaza Mayor in Salamanca, die – ähnlich wie in Madrid – als geschlossener Platz konzipiert ist. Die einheitliche Wohnbebauung mit drei Stockwerken, die reiche Dekoration, polychrome Effekte aus Stein und Granit, schmiedeeiserne Balkone und die Balustrade mit Obelisken machen diesen Ort zu einem einzigartigen Beispiel für eine festliche Atmosphäre, die einen Kontrast zur Schwere anderer kastilischer Orte bildet.

Spanische Barockskulptur

Die spanische Barockskulptur zeichnet sich durch extremen Realismus aus. Typische Merkmale sind:

  • Materialien: Verwendung von Glasaugen, Perücken, echten Kleidern und Tränen aus Glas.
  • Dynamik: Einführung von Bewegung durch diagonale Linien und komplexe Körperhaltungen (Escorzos).
  • Technik: Besondere Bedeutung der Gewandbehandlung, oft durch die Estofado-Technik bei bemalten Holzfiguren.

Religiöse Themen sind vorherrschend. Die Kunst reflektiert den Sinn des Lebens, die Unausweichlichkeit des Todes und die Eitelkeit irdischer Dinge. Große religiöse Prozessionen dienten als Mittel, um den Glauben zum Volk zu bringen. Viele der bedeutendsten Skulpturen des spanischen Barock wurden daher speziell als Pasos procesionales (Prozessionsfiguren) oder für Altarbilder geschaffen.

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