Spanisches Humor-Theater: Jardiel Poncela und Miguel Mihura

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Das Hauptthema: Eloísa ist unter einem Mandelbaum

Basierend auf einem Familiengeheimnis wartet Mariana Ojeda darauf, die Wahrheit herauszufinden. Als typische Theaterkomödie ihrer Zeit erzählt das Stück die Abenteuer von Fernando, seiner Verlobten Mariana und ihren jeweiligen Familien. Sie alle sind in das Geheimnis um den Tod von Eloísa verwickelt, die vor Jahren unter merkwürdigen Umständen verstarb und eine verblüffende Ähnlichkeit mit Mariana aufwies.

Die Charaktere und ihre Verwicklungen

Im Zentrum stehen Mariana Briones und Fernando Ojeda. Mariana wünscht sich von Fernando einen Hauch von Geheimnis, während Fernando ihr die Geschichte seiner Liebe und das Geheimnis um Mariana offenbaren möchte, es jedoch nicht kann.

  • Clotilde (Marianas Tante) und Ezechiel (Fernandos Onkel): Sie hören nicht auf, sich wie zwei Liebende zu necken, auch wenn sie es vor Edgardo nicht zugeben wollen.
  • Edgardo (Marianas Vater): Er liebt Clotilde, was ihn fast in den Wahnsinn treibt, doch sie erwidert seine Gefühle nicht.
  • Fermin (Diener) und Leoncio (Anwärter): Da Fermin seit vielen Jahren im Haus dient, glaubt er, dass der Wahnsinn der Familie ansteckend sei. Er bereitet seinen Ruhestand vor und lernt Leoncio für seine Stelle an.
  • Ezechiel und seine Katzen: Diese verursachen große Verwirrung, da Clotilde glaubt, seine Zuneigung gelte anderen Frauen.
  • Micaela und ihre Hunde: Sie spielt samstagnachts 'Diebe fangen' und bewacht das Haus in ihrem eigenen Tempo.

Es gibt noch weitere Nebenstränge, die jedoch weniger wichtig sind, da sie Reisen und andere Charaktere betreffen.

Das humoristische Theater der Nachkriegszeit

In der modernen Literatur der Nachkriegszeit entstand eine Gruppe von Autoren, die mit der satirischen Zeitschrift 'La Codorniz' verbunden waren und einen vergeistigten Humor pflegten. Autoren wie Jardiel Poncela und Miguel Mihura nutzten die komischen Möglichkeiten der Sprache durch irreführende und unsinnige Wortspiele. Oft verbirgt sich hinter dem Humor jedoch ein bitterer und skeptischer Blick auf die Realität. Die führenden Vertreter dieser Gattung sind:

  • Enrique Jardiel Poncela (1901–1952)
  • Miguel Mihura (1906–1977)

Enrique Jardiel Poncela (1901–1952)

Enrique Jardiel Poncela wurde am 15. Oktober 1901 in Madrid geboren und starb am 18. Februar 1952. Er war ein bedeutender Schriftsteller und Dramatiker. Sein Werk im Theater des Absurden brach mit dem traditionellen Naturalismus des spanischen Theaters und ersetzte ihn durch einen intellektuellen, unwahrscheinlichen und unlogischen Ansatz.

Dies führte dazu, dass er von der zeitgenössischen Kritik oft angegriffen wurde, da sein Humor empfindliche Gemüter verletzte und neue komische Möglichkeiten eröffnete, die nicht immer verstanden wurden. Hinzu kamen Probleme mit der Zensur unter Franco. Im Laufe der Jahre stieg die Anerkennung jedoch stetig; seine Werke werden heute regelmäßig aufgeführt und dienten als Vorlage für zahlreiche Filme. Er starb im Alter von 51 Jahren verarmt und weitgehend vergessen an Krebs.

Merkmale von Poncelas Originalität

Jardiels Originalität liegt weniger in der Wahl der Themen als in der Schaffung bizarrer, lächerlicher oder unglaubwürdiger Situationen. Dies erreichte er durch Ironie, spritzige Dialoge, Missverständnisse und den Kontrast verschiedener Stilebenen. Sein Werk zeichnet sich aus durch:

  • Eine Kette unwahrscheinlicher Situationen, die dem Theater des Absurden nahestehen.
  • Die konsequente Anwendung von Sprachkomik ohne offensichtlichen Missbrauch von Witzen.
  • Eine präzise dramatische Konstruktion, die Überraschungseffekte und Intrigen geschickt mit Humor abwechselt.
  • Die Nutzung von Elementen des Kriminalromans oder literarischer Pasticcios.
  • Einen intellektuell verwurzelten, scharfen und sarkastischen Humor, der oft an Aphorismen erinnert.

Hinter den lächerlichen oder absurden Situationen verbirgt sich stets eine harte und bittere Kritik an der Gesellschaft und eine enttäuschte Sicht auf die Realität.

Beispiele bedeutender Werke
  • Angelina o el honor de un brigadier (1934): Eine Satire auf die sentimentale und post-romantische Welt des späten 19. Jahrhunderts.
  • Madre (el drama padre): Eine Kritik am naturalistischen Theater.

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