Spanisches Theater: Geschichte, Avantgarde und Moderne

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Spanisches Theater bis 1970

Dieses Theater war, genau wie die Poesie und der Roman, stark durch die Auswirkungen des Bürgerkriegs geprägt.

Die bürgerliche Komödie (Bourgeois Comedy)

Der bedeutendste Vertreter dieses Genres ist Jacinto Benavente. Er übt Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft in Werken wie Das Nest.

Humoristisches Theater und Stimmung

  • Enrique Jardiel Poncela: Der Autor von Eloísa unter einem Mandelbaum mischt meisterhaft Humor mit Intrigen.
  • Miguel Mihura: Mit seinem Werk Drei Hüte bricht er die Konventionen des komischen Theaters auf.
  • Pedro Muñoz Seca: Werke wie Die Rache von Don Mendo zeigen einen direkten Humor, der auf Realitätsflucht abzielt.

Das Avantgarde-Theater

Ramón Gómez de la Serna: Er brachte Innovationen des europäischen Theaters und der Medien ein.

Federico García Lorca: Sein Werk thematisiert die Frustration und die Konfrontation zwischen Freiheit und Autorität. Bei ihm koexistieren Poesie, Realität, Moderne und Didaktik.

1. Modernes Theater

Mariana Pineda spiegelt seine Vorstellung vom Theater als Gesamtkunstwerk wider, das Gestik, Musik, Bühnenbild und Text vereint.

2. Possen (Farsas)

Das Retablillo de Don Cristóbal zeigt die Leidenschaften und Triebe des Menschen sowie der Gesellschaft, in der sie leben.

3. Dramen

  • Bluthochzeit dreht sich um die verbotene Liebe.
  • Yerma spiegelt das Drama einer unfruchtbaren Frau wider.
  • Bernarda Albas Haus behandelt den Konflikt zwischen mütterlicher Autorität und dem Freiheitsdrang der Kinder.

Existentielles Theater

Dieses Theater schlägt einen pessimistischen, ernsten und besorgten Ton an. Es ist der unmittelbaren Realität verpflichtet und sucht nach der Wahrheit, um das Gewissen zu rütteln.

  • Antonio Buero Vallejo: Seine umfangreiche Karriere passte sich den verschiedenen historischen Momenten Spaniens an. Seine Werke zeigen oft physische oder psychische Defekte als Metaphern.
  • Alfonso Sastre: Für diesen Autor hat das Theater eine soziale und politische Funktion, was zur Gründung des sogenannten Theaters der sozialen Agitation (TAS) führte.

Kommerzielles Theater

Es entstand ein kommerzielles Theater, das primär die Unterhaltung des Publikums suchte. Eine zentrale Figur ist Antonio Gala mit Werken wie Die grünen Felder von Eden.

Experimentelles Theater

Dieses Theater sieht sich in der Tradition der Avantgarde und begreift das theatralische Spektakel als eine ganzheitliche Einheit.

Straßentheater und neue Entwicklungen

In der Endphase der siebziger Jahre begann eine neue Ära des Theaters. Es verbreiteten sich Aufführungen an Orten außerhalb der traditionellen Bühnen, wobei der Text oft an die zweite Stelle rückte. In dieser Zeit entstanden viele nicht-kommerzielle und nicht-professionelle Gruppen.

Das Universitätstheater und das experimentelle Theater arbeiteten verstärkt an der Bedeutung des Schauspielers und seinem Verhalten im Stück. Das Theater wird als Spektakel konzipiert, in dem der literarische Text sekundär ist und manchmal minimiert wird.

Wichtige Gruppen in Spanien:

  • Els Joglars
  • Els Comediants
  • Tricicle
  • La Fura dels Baus

Das Autoren-Theater ab den 1970ern

Ab den siebziger Jahren trat eine Gruppe von Autoren hervor, die zeitgenössische Probleme mit einer gewissen Ironie und Desillusionierung behandelten:

  • Fernando Fernán Gómez: Fahrräder sind für den Sommer.
  • José Sanchis Sinisterra: Ay, Carmela!.
  • José Luis Alonso de Santos: Steig ab vom Mond (Bajarse al moro).

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