Die Sprache als Sein: Abgrenzung von Werkzeug und Bewusstsein
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Die Sprache: Mehr als nur ein Werkzeug
Die Sprache ist ein Mittel zur Kommunikation mit der Welt, das jedoch nicht mit dem Bewusstsein gleichgesetzt werden darf. Neben dem Zeichen und dem Werkzeug gibt es ein drittes Instrument, das ebenfalls zu den grundlegenden Definitionen des Menschen gehört. Allerdings ist die Sprache selbst weder ein Mittel noch ein Werkzeug.
Sprache versus Werkzeug: Eine falsche Gleichsetzung
Ein Werkzeug zu verwenden, bedeutet im Wesentlichen, dass wir es in die Hand nehmen und es nach Gebrauch wieder ablegen. Dies ist bei der Sprache nicht der Fall. Wir nehmen die Worte einer Sprache nicht einfach in den Mund und geben sie nach Gebrauch wieder in den allgemeinen Wortschatz zurück. Diese Gleichsetzung ist falsch, weil wir der Welt nie als ein Bewusstsein gegenüberstehen, das in einem sprachlosen Zustand das Instrument des Konsenses benutzt.
Die sprachliche Prägung des Wissens
Das Wissen über uns und die Welt ist immer die Sprache, unsere eigene. Wir wachsen, wir lernen die Welt kennen, wir lernen die Menschen kennen und letztlich uns selbst, indem wir sprechen lernen. Sprechen lernen bedeutet nicht, ein vorhandenes Instrument zu nutzen, um die bekannte und vertraute Welt zu klassifizieren. Vielmehr bezeichnet es die Aneignung von Vertrautheit und Wissen über die Welt selbst, während wir ihr begegnen.
Es ist ein rätselhafter und tief verborgener Prozess. Es ist wirklich ein Wunder, wie ein Kind sein erstes Wort lernt [...]. Die Wahrheit ist, dass wir so tief in die Sprache und in die Welt eingebettet sind [...]. In all unserem Denken und Wissen sind wir immer schon durch die sprachliche Interpretation der Welt geprägt, deren Assimilation Wachstum und Erziehung bedeutet. In diesem Sinne ist Sprache das wahre Zeichen unserer Endlichkeit. Sie ist immer über uns.
Die Endlichkeit des Seins und das kollektive Bewusstsein
Das individuelle Gewissen ist nicht der Maßstab, um unser Sein zu beurteilen. Es gibt sicher kein individuelles Bewusstsein, in dem die Sprache existiert, die es spricht. Wie existiert Sprache also? Es ist wahr, dass es kein rein individuelles Bewusstsein gibt, aber Sprache ist auch nicht nur eine Synthese aus vielen einzelnen Bewusstseinen.
Wenn die Sprache hervortritt: Das "Eigene" der Sprache
Kein Individuum hat beim Sprechen ein wirkliches Bewusstsein für seine Sprache. Es gibt Ausnahmesituationen, in denen uns ein Wort im Gedächtnis hängen bleibt, das seltsam oder lächerlich klingt und uns fragen lässt: "Kann man das so sagen?" Für einen Augenblick tritt die Sprache, die wir sprechen, hervor, weil sie ihr eigenes Ding macht. Was ist dann dieses "Eigene"? Ich denke, hier müssen drei Elemente unterschieden werden.