Sprachentwicklung bei Kindern: Phonologie bis Pragmatik
Eingeordnet in Leibesübungen
Geschrieben am in
mit einer Größe von 3,34 KB
1. Phonologische Entwicklung
Die Phonologie befasst sich mit dem System der Laute einer Sprache und deren Bedeutung für die Wortbildung.
Phasen der Entwicklung
- Prälinguistische Phase: 0–16 Wochen (Gurren, Lachen, Weinen); 16–30 Wochen (Spiel mit Lauten); 6 Monate (Lallen); 10–14 Monate (Erste Wörter/Echolalie).
- Linguistische Phase: Progressive Anpassung des artikulatorischen Systems.
Artikulationsstrategien
- Ausgewählte Strategien: Vermeidung schwieriger Silben oder Nutzung bekannter Laute.
- Modifikatoren: Ersatz von Lauten, Vereinfachung von Silbenstrukturen oder Assimilation (Angleichung von Lauten innerhalb eines Wortes).
2. Lexikalische Entwicklung
Der Übergang vom Verstehen zum aktiven Ausdruck markiert den Beginn des Wortschatzerwerbs.
Theoretische Strömungen
- Soziolinguistik: Untersuchung des kindlichen Grundwortschatzes.
- Kognitive Tendenz: Fokus auf semantische Konzepte. Nach Vygotsky bauen Kinder Begriffe durch soziale Erfahrungen auf, wobei spontane Begriffe (Alltagserfahrung) von wissenschaftlichen Begriffen (Lernprozesse) unterschieden werden.
Strategien der Sprachentwicklung
- Überverallgemeinerung: Ein Wort wird auf zu viele Konzepte angewendet.
- Unterverallgemeinerung: Die Referenz eines Wortes ist zu stark eingeschränkt.
- Lexikalische Kreation: Bildung neuer Wörter (z. B. „Bolota“ für Kugel).
3. Morphosyntaktische Entwicklung
Untersuchung der Satzbildung und grammatikalischen Strukturen.
Perspektiven
- Nativismus: Annahme einer angeborenen Universalgrammatik (Chomsky).
- Interaktionismus: Fokus auf die soziale Kommunikation und den Austausch in Formaten, um sprachliche Komplexität zu integrieren.
Entwicklungsstufen
- Holophrastische Phase: Ein Wort fungiert als ganzer Satz.
- Pivot-Grammatik: Erste Kombinationen von Wörtern zur Bildung von Strukturen.
- Semantisch-pragmatische Strategien: Nutzung des Kontextes zur Sinnvermittlung.
4. Pragmatische Entwicklung
Die pragmatische Entwicklung beschreibt, wie Kinder Sprache als Werkzeug in sozialen Interaktionen nutzen.
Funktionen der Sprache
- Instrumentell: Befriedigung von Wünschen.
- Regulierend: Kontrolle des Verhaltens anderer.
- Interaktiv: Kontaktpflege.
- Personal: Ausdruck der Individualität.
- Heuristisch: Erforschung der Welt durch Fragen.
- Imaginativ: Erschaffung von Bildern und Geschichten.
- Repräsentativ: Informationsvermittlung.
Auswirkungen auf den Spracherwerb
- Imitation und Experiment: Sprache entwickelt sich durch Nachahmung, erfordert aber stets das eigene Experimentieren.
- Qualität der Sprachmodelle: Die Umgebung (z. B. im Klassenzimmer) muss qualitativ hochwertige Sprachmodelle bieten, um die Entwicklung effektiv zu fördern.