Sprachliche Varietäten und Sprachwandel: Ein Überblick
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Sprachliche Varietäten
Der Mensch verfügt über eine sprachliche Funktion, die sich in einer Vielzahl von Sprachen manifestiert. Dabei gibt es nicht nur Unterschiede zwischen verschiedenen Sprachen, sondern auch Varietäten innerhalb derselben Sprache. Diese sprachlichen Varianten beruhen auf verschiedenen Faktoren:
- Geographische Unterschiede: Je nach Gebiet entstehen unterschiedliche Dialekte.
- Soziale Variation (Soziolekt): Abhängig vom sozialen Status oder Merkmalen wie Alter und Geschlecht. Eine von einer Gruppe geteilte Sprachvariante wird als soziale Ebene bezeichnet.
- Situative Variation: Unterscheidung nach Sprachregistern.
- Zeitliche Variation: Sprachwandel im Laufe der Zeit.
Soziale Variation und Sprachniveaus
Man unterscheidet verschiedene soziale Ebenen:
- Hoch: Wird von Personen mit höherer Bildung gesprochen.
- Durchschnittlich: Die mittlere Ebene zwischen den anderen beiden.
- Gering: Wird von Menschen mit geringerer Bildung gesprochen und enthält häufig Vulgarismen.
Zudem gibt es Jargons, die soziale Gruppen nutzen, um sich von Außenstehenden abzugrenzen. Sie verwenden allgemeine Strukturen, aber ein spezifisches Lexikon (z. B. Fachleute oder Studenten).
Situative Variation und Sprachregister
Die situative Variation hängt vom sprachlichen Kontext ab: dem Kanal (mündlich oder schriftlich), dem Sprecher, dem Thema und der kommunikativen Situation. Man unterscheidet zwischen:
- Formellem Register: Verwendung von Fachsprache und speziellen Techniken.
- Umgangssprachlichem Register: Gekennzeichnet durch umgangssprachlichen Wortschatz, mangelnde Kohärenz, Wiederholungen und unvollständige Sätze.
Sprachfamilien und Sprachwandel
Sprachen, die einen gemeinsamen Ursprung haben, gehören zur gleichen Sprachfamilie. Die Ursprungssprache wird als Lingua nai (Muttersprache) bezeichnet. Fast alle Sprachen der iberischen Halbinsel sind romanischen Ursprungs, mit Ausnahme des Baskischen (Euskara). Das Galicisch-Portugiesische ist eng verwandt, da beide über Jahrhunderte eine Einheit bildeten. Das Lateinische gehört zur indogermanischen Sprachfamilie, die den Großteil der Sprachen in Europa umfasst.
Sprachkontakt und Lehnwörter
Durch Kolonialisierung haben sich Sprachen weltweit verbreitet, wobei dominante Sprachen oft andere verdrängt haben. Sprachen übernehmen zudem Wörter aus anderen Sprachen, sogenannte Lehnwörter. Die Aufnahme erfolgt auf drei Wegen:
- Direkte Übernahme: Das Wort wird ohne Veränderung übernommen (z. B. Diktatur).
- Lehnübersetzung (Kalk): Das Wort wird in die Empfängersprache übersetzt.
- Anpassung: Phonetische, grafische oder morphologische Anpassung des eingebetteten Wortes.
Man unterscheidet zudem zwischen notwendigen Lehnwörtern (für Begriffe, für die es noch keinen Ausdruck gibt) und unnötigen Lehnwörtern (wenn bereits ein Begriff in der eigenen Sprache existiert). Ein Beispiel hierfür sind Kastilianismen im Galicischen, bei denen spanische Begriffe einheimische Wörter verdrängen.