Sprachwandel durch Analogie und skandinavischer Einfluss

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Analogie im Sprachwandel

Die Analogie verhindert oft die Etablierung solider Änderungen, die lediglich auf regelmäßigen phonologischen Regeln basieren. Ein Beispiel im Englischen ist das Wort sword: Das /w/ verschwand nach /o:/ und vor /s/, doch die ursprüngliche Schreibweise blieb erhalten, während die Aussprache sich zu /so:d/ wandelte. Die Existenz verwandter Formen wie swear und swell, in denen das /w/ stets ausgesprochen wurde, verhinderte den vollständigen Verlust des /w/ in der Vergangenheitsform. Die analogische Bewahrung ist der Mechanismus, der diese Entwicklung blockieren kann.

Starke Verben und analogische Ausgleichsprozesse

Starke Verben im Mittelenglischen bildeten ihre Vergangenheitsform durch Vokalwechsel. Das Verb help hätte eigentlich holp lauten müssen, doch diese Form überlebte nicht und wurde durch das regelmäßige helped ersetzt. Diese Art des Wandels erleichtert die Verwendung der Sprache für die Sprecher.

Analogie bei der Wortbildung

Analoge Entwicklungen können auch zur Entstehung neuer Begriffe beitragen. Ein von Bynon vorgeschlagenes Beispiel ist das Wort Hamburger. Die Etymologie leitet sich von der Stadt Hamburg ab, nicht von der Zutat „Ham“ (Schinken). Dennoch entstanden durch Analogie neue Formen wie Cheeseburger oder Beefburger.

Weitere analoge Prozesse

  • Reanalogisierung: Die Dauerhaftigkeit analoger Entwicklungen ist nicht garantiert. So kehrten lateinische Präfixe durch Reanalogisierung in den Sprachgebrauch zurück.
  • Morphologische Unterschiede: Lateinische Lehnwörter wie Kaktus/Kakteen beeinflussten die Pluralbildung anderer Wörter, etwa bei Octopus, wo fälschlicherweise Octopuses statt des griechischen Octopodes verwendet wird.
  • Analogische Einebnung: Der Austausch seltener Formen durch verbreitete Muster, was im modernen Französisch zu einer Vereinheitlichung führte.
  • Kontamination: Ein unregelmäßiger Wechsel unter dem Einfluss eines anderen Wortes. Beispiel: Das lateinische novem (neun) wurde durch das folgende decem beeinflusst.
  • Überkorrektur: Sprecher versuchen bewusst, Formen an prestigeträchtige Muster anzupassen, selbst wenn dies linguistisch inkorrekt ist (z. B. das Einfügen eines nicht vorhandenen /r/ in Wörtern wie avocado).

Skandinavische Invasionen und Einfluss auf das Englische

Laut der Anglo-Saxon Chronicle begannen die skandinavischen Angriffe auf England im Jahr 787. Anfangs kamen die Eindringlinge zum Plündern, doch viele blieben und wurden zu permanenten Siedlern.

Spuren der skandinavischen Besiedlung

Das Ausmaß der Besiedlung zeigt sich in Ortsnamen mit der Endung -by, was im Dänischen „Farm“ oder „Stadt“ bedeutet. Trotz der Zerstörungen kam es zu einer Vermischung der Bevölkerung und einem Austausch von Bräuchen und Sprache.

Linguistische Auswirkungen

Die Interaktion zwischen Englisch und Altnordisch führte zu einer großen Menge an Lehnwörtern. Phonetik hilft dabei, diese zu identifizieren: Das dänische /sk/ wurde im Englischen palatalisiert zu /sh/. Wörter wie sky, skirt oder skin stammen aus dem Altnordischen.

Die skandinavischen Eindringlinge waren den Engländern kulturell ähnlich, weshalb viele Begriffe des täglichen Lebens übernommen wurden, darunter:

  • Verwandtschaft: sister
  • Natur: root, reindeer
  • Alltag: window, seat

Der enge Kontakt führte sogar zur Übernahme von Funktionswörtern wie Pronomen, Adverbien und Präpositionen sowie der Pluralform des Verbs to be (are). Zudem wurde die Vereinfachung und der Verlust von Beugungen im Englischen durch den Einfluss im Danelaw beschleunigt.

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