Sprachwissenschaft: Typologie und Sprachfamilien

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Sino-Tibetische und Asiatische Sprachen

Sino-Tibetisch/Sinitisch: Mandarin (SVO), Birmanisch (SOV), Xiang, Yue, Jin etc. Kra-Dai: Kra, Be, Tai, Kam-Sui. Tai-Kadai: Laotisch, Thai (SVO). Mon-Khmer: Khmer (SVO), Vietnamesisch (SVO), Thailändisch, Kambodschanisch. Hmong-Mien: Hmongisch, Mienisch (SVO). Austronesisch: Indonesisch (SVO), Malaysisch (SVO), Bahasa Melayu (SVO), Tagalog (VSO). Transeurasisch: Koreanisch (SOV), Japanisch (SOV, agglutinierende Sprache), Türksprachen, Mongolisch, Mandschu-Tungusisch.

Sprachliche Merkmale

Radikaler Pro-Drop: Subjekt und Objekt können weggelassen werden, wenn sie aus dem Kontext erschließbar sind. Eigenschaften: Indeterminiertheit (Fehlen obligatorischer Kategorien), lexikalische Töne, Höflichkeit, Numeralklassifikatoren, serielle Verbkonstruktionen.

Höflichkeitssysteme

Es gibt zwei unterschiedliche Systeme (z. B. Malaiisch, Japanisch, Thai, Koreanisch):

  • Sprecher/Hörer-Höflichkeit (Teneigo): Das Verhältnis zwischen Sprecher und Hörer bestimmt die Form (vgl. Deutsch Du vs. Sie).
  • Sprecher/Referent-Höflichkeit: Das Verhältnis zwischen Sprecher und einer dritten Person (Referent) ist ausschlaggebend.

Tonalität und Akzent

Die Prominenz basiert auf Pitch (Tonlage), Länge (Quantität) und Lautstärke. Akzenttypen umfassen Betonungsakzent, Ton und Pitchakzent. Tonsandhi beschreibt die Beeinflussung von Tönen in Kombinationen, wodurch neue Muster entstehen (z. B. Mandarin).

Unterschiede: Tonsprache vs. Pitchakzent-Sprache

In einer Tonsprache ist die Domäne der Tonhöhenkontur die Silbe, die funktionelle Belastung ist hoch. In einer Pitchakzent-Sprache ist die Domäne das Wort, die funktionelle Belastung ist geringer. Japanisch nutzt Hoch- und Tiefton.

Slawische Sprachen

Klassifizierung und Merkmale

Sprachen mit kyrillischer Schrift: Serbisch, Makedonisch, Bulgarisch, Russisch, Ukrainisch, Weißrussisch. Lateinbasierte Sprachen: Polnisch, Tschechisch, Slowakisch, Sorbisch, Slowenisch, Kroatisch.

Ostslawisches Dialektkontinuum

Das „ostslawische Hufeisen“ umfasst Russisch, Weißrussisch und Ukrainisch. Merkmale sind Akan’e (Russisch/Weißrussisch) vs. Okan’e (Ukrainisch) sowie die Phoneme /g/ (Russisch) vs. /h/ (Weißrussisch/Ukrainisch).

Süd- vs. Nordslawisch

Unterschiede zeigen sich in der Klitika-Verwendung, Futurbildung (Süd: ‚wollen‘; Nord: ‚werden‘), Liquidmetathese vs. Polnoglasie und der g/h-Isoglosse. Der Akzent ist im Osten frei/beweglich, im Westen fest/unbeweglich.

Phonologische Prozesse

Vokalreduktion: Akan’e (Senkung von /ɔ/ zu [ʌ]) und Ikan’e (Hebung von /ɛ/ zu [i]). Palatalisierung: Velarpalatalisierung (1. und 2.) betrifft den Konsonantenwechsel vor vorderen Vokalen.

Afrikanische Sprachfamilien

Die vier großen Phyla

Niger-Kongo, Afroasiatisch, Nilosaharanisch und Khoisan. Die Forschung unterscheidet zwischen „Splittern“ (komparative Methode) und „Lumpers“ (Massenvergleich).

Niger-Kongo und Bantu

Merkmale: Nominalklassensysteme (10–20 Klassen), Konkordanz und agglutinierender Sprachbau. Swahili (SVO) und Lingala (SVO) sind wichtige Vertreter. Lingala entstand als Pidginsprache auf Basis von Bobangi.

Afroasiatisch und Khoisan

Afroasiatisch: Umfasst Berber, Tschadisch, Kuschitisch, Omotisch, Semitisch und Ägyptisch. Khoisan: Bekannt für Klicklaute (Schnalzlaute), Tonsysteme und ingressiven Luftstrom.

Sprachkontakt und Soziolinguistik

Exoglossie: Koexistenz verschiedener Sprachen in einem Land. Horizontaler Erwerb: Spontane Ausbreitung (z. B. Verkehrssprachen wie Swahili). Vertikaler Erwerb: Formale, gesteuerte Sprachpolitik.

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