Staatentypen und Weltordnungsmodelle nach Ulrich Menzel

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Staatentypen nach Ulrich Menzel

Moderne Staaten

Klassische Nationalstaaten lehnen die Unterordnung unter eine andere Macht ab. Souveränität nach innen bedeutet, dass die Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates abgelehnt wird. Deshalb können sie nie Ziel einer äußeren Intervention sein. Daraus folgt: Staaten sind auch reserviert bei Interventionen gegenüber Dritten, um keine Präzedenzfälle zu schaffen. Beispiele hierfür sind China, Russland und Israel.

Postmoderne Staaten

Diese agieren eher multilateral und treten einen Teil ihrer Souveränität an europäische Institutionen ab. Multilateralismus wird von den alteuropäischen Staaten bereitwilliger verfolgt als etwa von Großbritannien; osteuropäischen Neumitgliedern fällt es schwer, die Souveränität an Brüssel abzugeben.

Prämoderne Staaten

Diese müssen Einbußen an Souveränität als Folge der Aktivitäten neuer Gewaltakteure hinnehmen. Wenn ein Staat zerfällt und kein Gewaltmonopol mehr besteht, gehört er zu dieser Gruppe (z. B. fragile Staaten in Afrika südlich der Sahara). Soweit hier militärische Interventionen erfolgt sind, wurden diese von den postmodernen Staaten durchgeführt. Tritt derzeit das Thema „Neue Kriege“ wieder in den Hintergrund? Das jüngste Zukunftsszenario entwirft mögliche Antworten: Eine lautet, dass die USA ihre Führungsposition verlieren werden und die Welt daraufhin zu den klassischen Großmachtkonflikten zurückkehrt.

Weltordnungsmodelle

Unilateralismus

Jeder Staat agiert selbstständig und versucht, seine außenpolitischen Interessen auch gegenüber widerstrebenden Interessen durchzusetzen. Um sich in einem „Kampf aller gegen alle“ durchzusetzen, versuchen die Staaten durch Rüstung und Krieg die staatliche Souveränität (hier: Handlungsfähigkeit und Unabhängigkeit) aufrechtzuerhalten. Das Sicherheitsdilemma ist vorherrschend, Staaten greifen zur Selbsthilfe.

Hegemoniale Ordnung

Ein Staat herrscht als Hegemonialmacht. Die anderen Länder stützen diesen Staat und akzeptieren seine Ordnung. Sie profitieren von der durch die Hegemonialmacht gewährleisteten Stabilität, vom durch sie geschaffenen Frieden und von den bereitgestellten Wirtschaftsstrukturen.

Imperialistische Ordnung

Das imperialistische Weltordnungsmodell ist vom Herrschaftsstreben eines Staates geprägt, möglichst große Teile der Welt zu erobern, zu beherrschen und mit politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Mitteln abhängig zu machen.

Global Governance und Multilateralismus

Staaten koordinieren ihre Handlungen durch bilaterale und multilaterale Verträge und Abkommen. Die Nichteinhaltung von Abkommen kann jedoch nur sehr schwer sanktioniert werden.

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