Staatsphilosophie bei Kant, Hegel und Marx

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Kants Gesellschaftsvertrag und die moralische Pflicht

Kant glaubt, dass Menschen den Staat nicht nur aus Klugheit bilden, sondern weil dies ihre moralische Pflicht ist. Der Staat ist notwendig, da er die willkürlichen Handlungen der Individuen ordnet. Kant definiert den Staat als die Vereinigung einer Vielzahl von Menschen unter geltenden Gesetzen. In Kants Philosophie behält sich der Staat die ausschließliche Befugnis vor, Gesetze zu erlassen.

Hegels Kritik und die Rolle der Vernunft

Hegel schlug eine vertragstheoretische Theorie vor, obwohl diese in den Dienst der Staatsbildung gestellt wurde. Mit der Französischen Revolution (1789) wurde Frankreich zu einem modernen Staat. Hegel fragt dann: Was sind die Kräfte, die ein Volk wieder zusammenführen? Die Antwort des deutschen Philosophen ist die Vernunft. Die Vernunft hat eine wesentlich andere Bedeutung als das Vertragsverhältnis.

Hegel vertritt die Auffassung, dass die Vernunft eine Kraft ist – ein Prinzip, das alles im Universum bestimmt. In diesem Sinne ähnelt sie der christlichen Vorstellung von Gott, aber die Vernunft ist nicht unveränderlich wie Gott. Die Vernunft verändert sich im Laufe der Zeit immer mehr. Hegel ist der Ansicht, dass der höchste Ausdruck der Vernunft auf der Erde der preußische Staat ist, d. h. der ideale Staat: Eine Gesellschaft, die vollständig von der Vernunft und somit vom Recht geleitet wird.

Marx’ Kritik: Kapitalismus und die Superstruktur

Karl Marx stellt die gleiche Frage wie Rousseau. Marx übernimmt einige Konzepte von Adam Smith. Smith glaubt, dass die Gesellschaft nichts anderes als eine Reihe von Austauschbeziehungen ist. Es gibt eine technische Arbeitsteilung, während sich der Vertrieb der Produkte aus der Arbeit der Arbeitnehmer ergibt. Im Kapitalismus stellen die Arbeitnehmer ihre Arbeit zur Verfügung, während das Kapital aus Maschinen, Land, Geld usw. besteht.

Jeder an der Produktion Beteiligte erhält seinen Lohn. Aber der Wert der produzierten Güter, sagt Marx, ist größer als der Wert der Löhne. Die Differenz zwischen dem Produktionswert und den Löhnen heißt Mehrwert. Für die marxistische Theorie ist die soziale Beziehung, die das Funktionieren der kapitalistischen Gesellschaft erklärt, der Kauf und Verkauf der Arbeitskraft; dort entstehen soziale Ungleichheiten.

Marx vergleicht die Rolle des Staates mit einem Mehrfamilienhaus:

  • Die Infrastruktur (Basis): Besteht aus den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Arbeitnehmern und den Kapitalisten.
  • Die Superstruktur (Überbau): Die rechtliche und politische Ordnung, welche die ungleichen sozialen Produktionsverhältnisse legitimiert.

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