Stadtentwicklung und Industriepolitik in Spanien
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Industriepolitische Maßnahmen und Stadtentwicklung
Industriepolitische Maßnahmen wurden durch die Politik der Verwaltung gefördert. Die Industrie steht vor großen Herausforderungen in Bezug auf die industrielle Entwicklung. Dies führte zu verschiedenen Arten der Industriepolitik, wie der „Politik der Entwicklungspole“. Im Laufe der 70er Jahre war das industrielle Wachstum sehr schnell, was jedoch zu hohen Ungleichgewichten bei den Behörden führte. Regierungen versuchten, die Industrie durch Standortpolitik zu fördern; die Positionierung der Pole erfolgte durch die Politik der Standortentwicklung. Man kann zwei Arten von Polen unterscheiden: Einige Pole hatten ihren Sitz in Städten nahe der wichtigsten industriellen Diffusionskanäle, während andere an peripheren Standorten geschaffen wurden, mit dem Ziel eines stärkeren Gleichgewichts. Die Folgen dieser Politik waren sehr unterschiedlich und förderten das Wachstum einiger dieser Städte.
Die Auswirkungen des Tourismus in Spanien
Spanien ist ein Tourismusland. Die Entwicklung des Tourismus als Aktivator hatte schwere Auswirkungen auf das System der Städte. Der Sonne-und-Strand-Tourismus führte zur Entwicklung zahlreicher spanischer Städte, vor allem in den Mittelmeerregionen der Halbinsel. Diese Art von Tourismus förderte das Wachstum einiger Provinzhauptstädte. In den letzten zwei Jahren haben der Städtetourismus und Kulturtourismus stark zugenommen, wovon besonders historische Städte profitierten, die viele Touristen und Zweitwohnsitzbesitzer anzogen. Das Phänomen der Zweitwohnungen in kleinen Städten hat die Wirtschaft in vielen Städten im Landesinneren und an der Küste gesteigert. Die Verbreitung von Zweitwohnsitzen führte zu einer Zunahme der Nachfrage im tertiären Sektor (Dienstleistungssektor).
Städtische Hierarchien und Funktionen
Städtische Gebiete haben unterschiedliche Größen und Funktionen. Große Städte konzentrieren eine größere Anzahl unterschiedlicher Funktionen. Man spricht von städtischen Funktionen, wenn sich Räume auf die dort stattfindenden Aktivitäten beziehen. In Städten höherer Hierarchieebenen sind diese stärker spezialisiert. Im spanischen Städtesystem lassen sich folgende hierarchische Ebenen unterscheiden:
- Nationale Großstädte: Es gibt zwei große Metropolen, Madrid und Barcelona, die ihren Einfluss auf das gesamte Staatsgebiet und Europa ausüben.
- Regionale Metropolen: Diese Metropolregionen bieten Dienstleistungen an, die einen weiten Raum organisieren. Teilströme bleiben regional stark mit der entsprechenden Metropole verbunden.
- Mittlere Städte: Diese sind durch Handels- und Dienstleistungsaktivitäten gekennzeichnet.
- Bezirkshauptstädte: Städte mit grundlegenden Dienstleistungen und geringer Ausdehnung.
Das hierarchisierte Flughafensystem
Das Flughafensystem ist stark hierarchisiert und weist sehr unterschiedliche Größen und Funktionen auf. Nach ihrer Rolle im System werden unterschieden:
- Stamm-Flughäfen: Die wichtigsten Netzwerk-Verbindungen für inländische und internationale Touristen.
- Insel-Flughäfen: Von entscheidender Bedeutung für die Integration bestimmter Gebiete mit der Halbinsel.
- Metropolitan-Flughäfen: Verlassen sich auf die Nachfrage, die durch regionale Metropolen erzeugt wird.
- Touristische Halbinsel-Flughäfen: Befinden sich an der Mittelmeerküste und leiden unter hoher Saisonalität.
- Lokale und regionale Flughäfen: Der Rest bedient lediglich nationale Verbindungen.
Historische Entwicklung des Straßennetzes
Die ferne Geschichte des spanischen Straßennetzes blickt auf römische Straßen zurück, die im Mittelalter verfielen, als die wichtigsten Routen konfiguriert wurden. Erst im 18. Jahrhundert nahm das Straßennetz seine derzeitige Struktur an, als Ergebnis des zentralistischen Bourbonen-Modells. Dadurch entstand ein radiales Netzwerkmodell. Bis zum 20. Jahrhundert waren die Straßen in einem sehr schlechten Zustand. Mit der zunehmenden Verbreitung des Automobils verbesserten sich die Straßen ständig; der erste wichtige Impuls erfolgte in den 20er Jahren. Die wirtschaftliche Entwicklung der 60er und 70er Jahre führte zu einem erheblichen Wachstum des Autobestands und zum Bau der ersten Autobahnen.
Verkehr und städtisches System
Ein weiterer wichtiger Faktor in der Evolution des Städtesystems ist die Verkehrsinfrastruktur, die die Entwicklung anderer Wirtschaftszweige ermöglicht. Der Landverkehr mit seiner radialen Struktur und dem Zentrum in Madrid hat die wirtschaftliche Entwicklung gefördert. Häfen haben nicht nur kommerzielle Aktivitäten, sondern beherbergen auch Industrien, die das urbane Wachstum beschleunigen. Flughäfen haben ebenfalls einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung heutiger Städte.
Krise und Umstrukturierung des Industriesektors
In den späten 70er Jahren erlitt Spanien eine schwere Krise, die vor allem die Stahlindustrie, Metallurgie und den Schiffbau betraf. Die notwendige Umstellung dieser Sektoren führte zum Verlust vieler Arbeitsplätze, besonders in den Städten der kantabrischen Achse. Ab den 90er Jahren fand eine Umstrukturierung des Industriesektors statt, deren Auswirkungen auf das städtische System schwächer waren:
- Investitionen in Ausrüstung: Als Reaktion auf die Krise ersetzten viele Unternehmen Arbeitskräfte durch neue Ausrüstungen.
- Forschung und Entwicklung (R&D): Eine weitere Strategie war die Steigerung der F&E-Aktivitäten, sei es in bestehenden Unternehmen oder durch Neugründungen.
- Industrialisierung des ländlichen Raums: Einige ländliche Gebiete nutzten ihre geringeren Kosten und verfügbaren Flächen für den gewerblichen Arbeitsmarkt.