Stadtgeographie und Urbanisierungsprozesse in Spanien
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Metropolregionen (Metropolitan Areas)
Metropolregionen sind große verstädterte Gebiete, die administrativ eine Kernstadt sowie angrenzende Gemeinden umfassen. Zwischen diesen bestehen signifikante wirtschaftliche und soziale Verflechtungen, die eine gemeinsame Planung und Koordinierung bestimmter Infrastrukturprojekte (Obras) und Dienstleistungen in Spanien erfordern. Die Entstehung dieser Gebiete begann im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts in Madrid, Barcelona und Bilbao. Heute haben fast alle großen Städte entsprechende Metropolregionen gebildet.
Ballungsräume und Konurbationen
Ein Ballungsraum ist ein kontinuierliches Stadtgebiet, das durch das parallele Wachstum von zwei oder mehr Städten entstanden ist, die schließlich miteinander verschmelzen. Jede Stadt behält dabei ihre administrative Unabhängigkeit. Der entscheidende Faktor für diese Fusion ist in der Regel ein gemeinsamer Verkehrsknotenpunkt (Beispiel: Santa Cruz-La Laguna).
Staat der Autonomien
Der Staat der Autonomien bezeichnet die Organisation des Staates, die das Recht auf Selbstverwaltung der Nationalitäten und Regionen anerkennt, aus denen er besteht. In Spanien wurde dies durch die Verfassung von 1978 verankert, welche die Bedingungen und Verfahren festlegte, um den Regionen Autonomie zu gewähren.
Pendelverkehr und Mobilität
Der Pendelverkehr beschreibt regelmäßige Bewegungen der Bevölkerung in Bezug auf Arbeit oder Freizeit (Ocio). Im ersten Fall findet die Verschiebung zwischen der Peripherie und den Innenstädten statt. Dies ist oft eine Folge der Rururbanisierung oder der Verlegung des Wohnsitzes in ländliche Gebiete nahe der Stadt. In Spanien werden diese Bewegungen immer häufiger und decken größere Distanzen ab. Freizeitbedingte Bewegungen am Wochenende und im Tourismus spiegeln zudem den gestiegenen Lebensstandard der Bevölkerung wider.
Das städtische System
Das städtische System ist die Gesamtheit der Städte und die zwischen ihnen bestehenden Beziehungen. Städte besitzen spezifische Eigenschaften, durch die sie Einfluss auf mehr oder weniger ausgedehnte Gebiete ausüben und eine hierarchische Position innerhalb des Systems einnehmen.
Marginale Urbanisierung
Die marginale Urbanisierung beschreibt einen Prozess des Stadtwachstums außerhalb der geplanten peripheren Sektoren, die anfangs über keine Infrastruktur oder städtische Dienstleistungen verfügen. Es handelt sich um eine Form der Landbesetzung im ländlichen Raum, die oft mit massiven Zuwanderungsprozessen und Selbstbau einhergeht. Trotz der Vorläufigkeit und Randlage werden diese Räume nach und nach in das städtische Wohngefüge integriert, mit Dienstleistungen und Einrichtungen ausgestattet und in der Bauqualität verbessert. Auf den Kanarischen Inseln war dies in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts eine grundlegende Form des Stadtwachstums.