Standardtänze: Geschichte und Merkmale von Walzer und Tango

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Die Welt der Standardtänze

Es gibt zwei Hauptkategorien im Turniertanz: die Standardtänze und die Lateinamerikanischen Tänze. Im Folgenden betrachten wir die Standardtänze genauer.

Die Standardisierung durch die ISTD

Im Jahr 1924 übernahm die Imperial Society of Teachers of Dancing (ISTD) die Initiative, die Tänze zu standardisieren. Ein Expertenteam, das Dance Sport Committee, widmete sich dieser mühsamen Arbeit. Zu den verantwortlichen Mitgliedern zählten Josephine Bradley, Lisle Humphreys, Eve Tynegate-Smith, Muriel Simmons und Victor Silvester – allesamt herausragende Tänzer ihrer Zeit.

Alle damals bekannten Tänze wurden standardisiert, mit Ausnahme des Wiener Walzers, da dieser in England zu jener Zeit noch nicht sehr populär war. Der beliebteste Tanz war der Englische Walzer; der Wiener Walzer wurde erst Jahre später offiziell anerkannt.

Der Englische Walzer (Slow Waltz)

Der Englische Walzer hat seine Wurzeln in den europäischen Salons des 18. Jahrhunderts. Er entwickelte sich aus dem Wiener Walzer im 3/4-Takt, erlangte jedoch erst nach dem Ersten Weltkrieg seine große Popularität.

  • 1922: Victor Silvester gewann die englische Meisterschaft. Seine Choreografie war auf einfache Rechts- und Linksdrehungen sowie Richtungswechsel reduziert, was Anfängern den Einstieg erleichterte.
  • 1927: Der Walzer begann sich weiterzuentwickeln und die grundlegenden Bewegungsabläufe wurden komplexer.

Die Einzigartigkeit dieses Tanzes liegt in den sanften, gleitenden Bewegungen des Paares, die an eine Katze erinnern. Das Tempo wurde durch die Anpassung an langsamere Balladen und Liebeslieder stetig reduziert.

Die Legende vom Ursprung

Einer Legende nach entstand der Englische Walzer durch Königin Victoria von England. Nach einer Reise nach Österreich war sie vom Wiener Walzer fasziniert. Da sie jedoch aufgrund einer Gehbehinderung die schnellen Drehungen nicht ausführen konnte, ließ sie die Schritte anpassen – so entstand der Englische Walzer.

Der Englische Walzer wird in einem langsamen 3/4-Takt getanzt, mit einem Tempo von etwa 28 bis 32 Takten pro Minute (Durchschnitt: 30 Takte/Minute).

Der Tango: Tanz der Leidenschaft

Der Tango gilt als Tanz der Leidenschaft und Melancholie. Er zeichnet sich durch ein ständiges Wechselspiel zwischen den Tanzpartnern aus und zieht durch seine geheimnisvolle Ausstrahlung viele Menschen in seinen Bann.

Ursprung und Entwicklung

Die Wurzeln des Tangos reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als zahlreiche Einwanderer (vorwiegend Spanier und Italiener) nach Argentinien kamen. Sie brachten verschiedene Musikstile und Tänze mit, die gemeinsam den argentinischen Tango formten.

Das Goldene Zeitalter des Tangos war in den 1920er Jahren in den USA und Europa. Nach einem leichten Rückgang in den 1950er Jahren erlebte der Tango in den 1980er Jahren durch weltweite Shows und Tourneen professioneller Tänzer ein starkes Comeback.

Der Tango im Tanzsport

Im internationalen Tanzsport ist der Tango als Standardtanz klassifiziert. Es handelt sich um einen progressiven Tanz, bei dem das Paar mit leicht gebeugten Knien und ohne vertikale Aufwärtsbewegungen tanzt.

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