Sterilisationsverfahren: Autoklav und Ethylenoxid erklärt
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Autoklav: Sterilisation mit feuchter Hitze
Der Autoklav wird häufig in Krankenhäusern eingesetzt, um Sporen, Pilze, Bakterien und Viren zuverlässig zu zerstören. Die Sterilisation erfolgt bei einer Temperatur von 120 °C für eine Dauer von 15 bis 30 Minuten, abhängig von der Größe der zu sterilisierenden Objekte.
Aufbau und Funktionsweise
Das Gerät besteht aus einem Reservoir mit dicken Wänden aus rostfreiem Stahl und einem eng anliegenden Deckel. Es verfügt über ein Messgerät für Temperatur und Druck sowie ein Sicherheitsventil, das bei gefährlichem Überdruck öffnet. Der Dampf entweicht über ein Entlüftungsventil, während der Tank, der eine bestimmte Menge Wasser enthält, abkühlt. Im Inneren befindet sich ein Gitter für die Objekte. Das Wasser wird elektrisch oder durch Gas erhitzt.
Phasen des Autoklavierens
- Verpackung: Platzieren Sie die Elemente im Autoklaven, schließen Sie den Deckel und öffnen Sie das Ventil.
- Dampfexposition: Schließen Sie das Ablassventil, bis der gewünschte Druck erreicht ist. Halten Sie diesen Zustand für 15 bis 30 Minuten aufrecht.
- Dampfevakuierung: Öffnen Sie das Entlüftungsventil, damit der Dampf entweichen kann.
- Trocknung: Die Restwärme der Wände trocknet das Material. Sobald der Dampf vollständig entwichen ist und das Manometer auf Null steht, kann der Deckel geöffnet werden, um die sterilisierten Objekte zu entnehmen.
Diese Methode eignet sich für Materialien, die durch feuchte Hitze oder hohe Temperaturen nicht beschädigt werden.
Vorteile und Nachteile
Vorteile:
- Schnelle Sterilisation
- Hohe Durchschlagskraft des Dampfes
- Geringe Kosten
- Keine toxischen Rückstände
- Einfache Kontrolle und Handhabung
Nachteile:
- Erfordert sehr hohe Temperaturen
- Korrodiert Metalle
- Degradiert thermolabile Materialien
- Stumpft scharfe Kanten ab
- Nicht geeignet für Öl, Fett und Puder
Sterilisation mit Ethylenoxid
Neben dem Autoklaven ist die Sterilisation mit Ethylenoxid ein häufig angewandtes Verfahren in Krankenhäusern. Ethylenoxid ist bei Raumtemperatur ein farbloses Gas, das neunmal dichter als Luft ist. Es ist beim Einatmen giftig, brennbar und explosiv, weshalb es oft mit anderen Gasen gemischt wird, um diese Risiken zu minimieren.
Das Verfahren entfernt Mikroorganismen in kurzer Zeit, besitzt eine hohe Durchschlagskraft und schont das Material. Es wird bei Temperaturen zwischen 30 °C und 60 °C angewendet. Nach der Sterilisation muss das Material belüftet werden, um die Toxizität des Gases zu entfernen.
Phasen des Ethylenoxid-Prozesses
- Klimatisierung: Vorwärmen der Kammer, Einlegen des Materials, Schließen der Kammer und Entfernen der Luft.
- Gasexposition: Befeuchtung mit Wasserdampf und Zugabe des Gases für die erforderliche Zeit.
- Gasevakuierung: Leerpumpen der Kammer.
- Belüftung: Mehrmaliges Einleiten von gefilterter Luft.