Stilistik und Redegestaltung: Ein Leitfaden für Texte
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§ 2. Arten der Redegestaltung
Eine wichtige Rolle im Text spielt die Redegestaltung. Man unterscheidet vor allem zwischen Autorensprache und Figurensprache.
- Autorensprache: Der Autor schildert Ort und Zeit, stellt Figuren vor, beschreibt ihr Verhalten und zeigt seine Einstellung.
- Figurensprache: Sie charakterisiert die Figuren selbst (psychischer Zustand, Herkunft, Beziehungen).
Formen der Figurensprache
- Direkte Rede: Wörtliche Wiedergabe. Sie zeigt die Innenwelt durch Wortwahl, Syntax oder Phonetik. Man unterscheidet:
- Monolog (eine Figur)
- Dialog (zwei Figuren)
- Polylog/Gespräch (mehrere Beteiligte)
- Indirekte Rede: Mittelbare Wiedergabe. Konzentriert sich auf den Hauptinhalt; der Verfasser distanziert sich.
- Erlebte Rede: Übergangsform zwischen Autoren- und Figurensprache. Wiedergabe eines gedachten, nicht gesprochenen Textes (z. B. innerer Monolog, fiktiver Dialog).
§ 3. Synonyme im Text
Die Wortwahl ist entscheidend für die Wirkung eines Textes. Man unterscheidet drei Arten von Synonymen:
- Bedeutungsmäßige Synonyme: Gleiche Grundbedeutung, aber unterschiedliche Nuancen (z. B. schleichen vs. stürmen).
- Stilistische Synonyme: Gleicher Gegenstand, aber unterschiedliche stilistische Färbung (z. B. Guten Tag vs. Hallo).
- Kontextuale Synonyme: Wörter, die nur im spezifischen Kontext synonym verwendet werden.
§ 4. Stilistische Differenzierung des Wortschatzes
Der deutsche Wortschatz gliedert sich in:
- Stilistisch undifferenzierte Wörter: Allgemein gebräuchlich.
- Stilistisch differenziertes Wortgut:
- Stilistisch kolorierte Lexik: Wörter mit fester Färbung (gehoben, umgangssprachlich, grob, vulgär).
- Charakterologische Lexik: Begrenzt durch Zeit (Archaismen), Herkunft (Fremdwörter), soziale Gruppe (Jargonismen) oder Region (Dialektismen).
§ 5. Vergleiche
Vergleiche verbinden Begriffe aufgrund gemeinsamer Merkmale (Bindeelemente: wie, als, so... wie). Man unterscheidet:
- Nach Verbreitung: Gemeinsprachlich vs. individuell.
- Nach Struktur: Knapp, erweitert oder geschlossen.
- Nach Wirkung: Rational-präzisierend vs. emotional-bewertend.
§ 6. Metaphern
Die Metapher ist eine Namensübertragung aufgrund von Ähnlichkeit. Wichtige Arten sind:
- Personifikation: Übertragung menschlicher Eigenschaften auf Nichtlebendiges.
- Allegorie: Verbildlichung abstrakter Begriffe.
- Symbol: Übertragung auf eine Gruppe ähnlicher Erscheinungen.
- Synästhesie: Verschmelzung verschiedener Sinnesempfindungen.
§ 7. Metonymie
Die Metonymie basiert auf logischer Verbundenheit (nicht auf Ähnlichkeit). Formen sind:
- Raum/Zeit für Menschen: (z. B. „Die ganze Schule lachte“).
- Synekdoche (pars pro toto): Ein Teil steht für das Ganze (z. B. „keinen Finger rühren“).
- Stoff statt Gegenstand: (z. B. „eine Dame in Nerz“).
- Antonomasie: Eigenname statt Gattungsname.