Taxonomie und Ökologie seltener Pflanzen in Ontario
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Taxonomische und ökologische Unterschiede seltener Pflanzen
Cadotte, M. W., & Lovett-Doust, J. (2002). Ökologische und taxonomische Unterschiede zwischen seltenen und häufigen Pflanzen im Südwesten Ontarios. Écoscience, 9(3), 397-406.
Die Studie untersucht die Ökoregion Carolina in Kanada (Ontario). Ziel war ein Vergleich der Häufigkeit ausgewählter Merkmale zwischen häufigen und seltenen Pflanzentaxa. Die Autoren prüfen die Nullhypothese, dass sich Phylogenie, Habitatbindung und Lebensgeschichte nicht zwischen häufigen und seltenen Arten unterscheiden.
Es wurden Listen seltener Pflanzen mit nationaler und regionaler Verbreitung erstellt. Die Informationen basieren auf der Literatur zur Lebensgeschichte.
Ergebnisse
- Taxonomische Muster: Seltene Arten kommen in Familien mit einer geringeren durchschnittlichen Artenzahl im Vergleich zu häufigen Arten vor. Die Anzahl seltener Arten pro Familie korreliert eng mit der Gesamtzahl der Arten pro Familie sowie der Anzahl bedrohter Arten. Viele Familien waren signifikant überrepräsentiert mit seltenen Arten.
- Habitatmuster: Seltene Pflanzen waren überrepräsentiert bei Merkmalen wie fehlendem klonalen Wachstum und Insektenbestäubung. Sie waren deutlich unterrepräsentiert bei buschigem Wuchs, klonaler Wachstumsfähigkeit, Diözie, Windbestäubung und Steinfrüchten.
- Holzige Taxa: Holzige Arten waren überrepräsentiert durch auf einen Monat begrenzte Blütezeiten, relativ größere Früchte (> 50 mm Durchmesser) und tierische Verbreitung. Unterrepräsentiert waren Arten, die feuchte und nasse Böden bewohnen und deren Samen durch Wind verbreitet werden.
Diskussion
- Taxonomische und phylogenetische Muster: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass einige Ordnungen (z. B. Fabales) und Familien (Boraginaceae, Fabaceae) deutlich seltenere Arten aufweisen als erwartet. Fünf der sieben Familien mit seltenen Arten in Ontario sind vor allem in warmen tropischen und subtropischen Regionen verbreitet, weshalb diese Taxa vermutlich am Rand ihres biogeografischen Bereichs stehen.
- Habitatmuster: Die Ergebnisse stimmen mit Studien aus England überein, in denen Gewässer und Feuchtgebiete eine stärkere Vertretung seltener Taxa aufwiesen. Seltene Arten waren in offenen und trockenen Lebensräumen überrepräsentiert und in aquatischen Lebensräumen unterrepräsentiert.
- Muster der Lebensgeschichte
- Bestäubung: Biotische Bestäubung ist überproportional mit Arten mit kleineren geografischen Verbreitungsgebieten assoziiert. Seltene Arten werden seltener durch Wind bestäubt. Biotische Interaktionen sind stark mit Seltenheit verknüpft, da biotisch bestäubte Arten die Anforderungen von zwei oder mehr Arten (Pflanze und Bestäuber) erfüllen müssen. Die Fragmentierung von Lebensräumen isoliert nicht nur Populationen von Bestäubern, sondern auch von Pflanzen.
- Frucht und Ausbreitung: Regional seltene Arten weisen tendenziell kleinere Früchte und möglicherweise weniger Samen auf, was auf ein reduziertes Fertilitätspotenzial hindeutet.
- Vegetative Vermehrung: Seltene Arten sind innerhalb vieler monophyletischer Gruppen unterrepräsentiert bei klonalen Arten.
Schlussfolgerungen
Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Pflanzen, die nicht in der Lage sind, in fragmentierten und degradierten Landschaften erfolgreich zu sein, eher als selten eingestuft werden. Im Allgemeinen besitzen diese seltenen Arten Eigenschaften, die sie zu schlechten Kolonisatoren machen, und sie sind auf weniger degradierte natürliche Lebensräume beschränkt.