Der tertiäre Sektor: Definition, Merkmale und Bedeutung

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Der tertiäre Sektor: Definition und Merkmale

Der tertiäre Sektor umfasst Tätigkeiten, die keine materiellen Güter produzieren. Er grenzt sich somit von der Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei, Forstwirtschaft, dem Bergbau und der Industrie ab, da er Dienstleistungen für die Bevölkerung erbringt.

Zu den Merkmalen des tertiären Sektors zählt eine große Vielfalt an Aktivitäten, darunter:

  • Gesundheit und Bildung
  • Tourismus und Handel
  • Verkehr und Kommunikation
  • Freizeit und Sport

Dieser Sektor wächst stetig aufgrund der steigenden Nachfrage nach Dienstleistungen, die mit wissenschaftlichen und technologischen Fortschritten verbunden sind (z. B. Mikroelektronik, Informatik, Bio-Industrie, Biotechnik, Raumfahrt oder Unternehmensverwaltung).

Der quartäre Sektor

Der quartäre Sektor (auch oberer Sektor genannt) umfasst hochspezialisierte Aktivitäten in den Bereichen Betriebswirtschaft und Forschung. Arbeitnehmer in diesem Bereich benötigen ein hohes Ausbildungsniveau und erhalten entsprechend hohe Gehälter.

Der banale tertiäre Sektor

Im Gegensatz dazu umfasst der banale tertiäre Sektor Aktivitäten, die nur wenig Ausbildung oder gar keine formale Qualifikation erfordern.

Eigenschaften und Klassifizierung

Die Aktivitäten des tertiären Sektors sind sehr heterogen. Sie sind immateriell, können nicht gelagert werden, werden unmittelbar verbraucht und weisen ein relativ niedriges Niveau der Mechanisierung auf.

Einteilung des tertiären Sektors:

  • Soziale Dienste: Öffentliche Dienste zur Sicherung der Grundbedürfnisse (finanziert durch Steuern) sowie private Dienste (z. B. Banken, Gastronomie, Friseure).
  • Distribution: Tätigkeiten, die den Transport von Personen, Waren und Informationen ermöglichen.
  • Unternehmensdienste: Werbung, Forschung, Versicherungen, Rechts- und Steuerberatung sowie Qualitätskontrolle.
  • Konsumentendienste: Einzelhandel, Gastronomie, Freizeitangebote und persönliche Dienstleistungen.

Grundbedürfnisse und Lebensqualität

Der Zugang zu Gütern und Dienstleistungen orientiert sich an den menschlichen Bedürfnissen:

  • Grundbedürfnisse: Essen, Kleidung, Wohnen, Bildung und Gesundheit.
  • Sekundäre Bedürfnisse: Erholung und Tourismus.

In Sozialstaaten unterstützt der Staat die Bevölkerung bei der Deckung dieser Grundbedürfnisse. In entwickelten Ländern ist das Einkommen meist ausreichend, während in armen Ländern ein großer Teil der Bevölkerung keinen Zugang zu grundlegenden Anforderungen hat.

Wirtschaftliche und soziale Indikatoren

  • Bruttoinlandsprodukt (BIP): Misst den produzierten Reichtum eines Landes.
  • Reales BIP pro Kopf: Der auf die Einwohner verteilte Reichtum eines Jahres.
  • Human Development Index (HDI): Ein Index von 0 bis 1 zur Messung der menschlichen Entwicklung.

Gesundheit und Lebensqualität

Die Verbesserung der Lebensqualität, insbesondere durch medizinische Versorgung, Hygiene und Ernährung, führt zu einer höheren Lebenserwartung. Der Staat garantiert in vielen Ländern den Zugang zu medizinischer Versorgung durch Steuereinnahmen.

Gesundheit im globalen Vergleich

Das wirtschaftliche Niveau eines Landes bestimmt maßgeblich die Qualität der Gesundheitsdienste:

  • Arme Länder: Oft mangelt es an medizinischer Grundversorgung. Die Bevölkerung leidet unter übertragbaren Krankheiten, die eigentlich heilbar wären.
  • Reiche Länder: Hier dominieren Zivilisationskrankheiten, die durch ungesunde Lebensweise, schlechte Ernährung oder Rauchen entstehen (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Krebs).

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