Das Theater von Epidaurus: Architektur und Geschichte
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Das Theater von Epidaurus
a) Die klassische Periode
In der vorangegangenen archaischen Ära gab es, wie bei den Theatern in Attika, noch keine festen Bauabschnitte. Das Orchester war rechteckig und wurde seitlich durch den Tempel des Dionysos und den Altar begrenzt. Das Theatron war nur durch zwei Treppen zugänglich, die direkt mit dem Orchester verbunden waren.
Die Formen des griechischen Dramas beeinflussten die Konstruktion römischer Theater, die wichtige Elemente wie Theatron, Orchester und Szene übernahmen. Eine Besonderheit ist, dass das Auditorium im römischen Stil als Halbkreis um das Orchester gebaut wurde. Im römischen Theater spielt der Chor keine Rolle und die Funktion ist nicht religiös. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Infrastruktur: Römische Theater wurden durch Galerien und Gewölbe gestützt, um die Bewegung großer Menschenmengen und den Zugang zu den Sitzen zu erleichtern. Aufgrund der Tragweite der römischen Spiele erscheint das Orchester halbkreisförmig und die Szene wird zum pulpitum.
Die griechischen Odeons waren Gebäuden ähnlich wie Theater, jedoch kleiner und speziell für musikalische Darbietungen konzipiert.
In römischer Zeit dienten die Theater der Aufführung von Tragödien oder Komödien. Die sich ändernde Rolle und neue Bautechniken führten zu Veränderungen in der Anlage und der Gebäudehöhe.
b) Ionischer Stil
Die Griechen nutzten keine Bögen und Gewölbe, sondern bauten ihre Theater in die großartige Natur, direkt an den Berg. Die Vorbühne und die Skene wurden durch ionische Säulen gebildet.
Die griechische Architektur stützte sich auf das Gebälk und Flachdächer. Diese Elemente finden sich an der Skene und den Zugangstüren auf beiden Seiten. Die Sitze für Autoritätspersonen verfügten über Rückenlehnen und Armstützen. Die formalen Elemente der Säulen, die in Epidaurus erscheinen, entsprechen dem ionischen Stil.
Das Gebäude besteht aus einer Tribüne (Koilon oder Theatron) in Form eines überdimensionalen Halbkreises, die an den Abhang eines Hügels gebaut wurde. Sie umschließt einen runden Raum, das Orchester, in dessen Mitte sich ein Altar befindet. Für den Zugang zu den Rängen gibt es senkrechte Gänge, die die Sitzreihen in Abschnitte (Kerkides) unterteilen, sowie einen horizontalen Gang, das Diazoma.
Hinter dem Orchester befindet sich die Skene mit einer überdachten Vorbühne. Das Proszenium diente der Aufnahme von Zubehör und Dekoration. Das Bühnengebäude bestand aus zwei Stockwerken. Der Zugang zum Theater erfolgte durch die Parodoi. Die Struktur des Gebäudes sorgt für eine außergewöhnliche Akustik.
c) Religiöse Funktion
Die Aufführungen hatten eine religiöse Funktion. Im frühen 4. Jahrhundert v. Chr. fanden alle vier Jahre die panhellenischen Spiele von Epidaurus im Heiligtum des Asklepios statt, die Asklepieia, bei denen Gymnastik und Musik kombiniert wurden.