Die Theorie der Transaktionskosten einfach erklärt
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Theorie der Transaktionskosten
Die Theorie der Transaktionskosten wurde maßgeblich von Ronald Coase begründet und durch die Arbeiten von Oliver E. Williamson weiterentwickelt. Dieser Ansatz untersucht die Gründe für die Existenz von Unternehmen, insbesondere unter der Prämisse, dass das Unternehmen eine alternative Form der Ressourcenallokation zum Marktmechanismus darstellt.
Historischer Kontext und Koordination
Primitiven Gesellschaften fehlten entwickelte Koordinationsmechanismen zur Förderung des Handels. Die Entstehung solcher Mechanismen ist eng mit der zunehmenden Komplexität moderner Gesellschaften verknüpft.
In einer spezialisierten Wirtschaft produziert ein Unternehmen viele Waren. Da Akteure jedoch nicht alles selbst herstellen können, sind sie gezwungen, Güter und Dienstleistungen über den Markt zu beziehen. Mit zunehmender Spezialisierung steigt die Anzahl der notwendigen Austauschprozesse. Es existieren zwei grundlegende Formen der Koordination: Märkte und Organisationen.
Marktkoordination und Preismechanismus
Die Marktkoordination erfolgt über den Preis, der durch die Spontaneität der Wirtschaftsakteure bestimmt wird. Unter neoklassizistischen Bedingungen führt das freie Handeln der Akteure zu einer optimalen Ressourcenallokation, wobei der Preis als Verhaltensleitfaden dient.
Es stellt sich jedoch die Frage, warum nicht alle Transaktionen über den Markt abgewickelt werden. Die Existenz von Unternehmen ist das Ergebnis individueller Entscheidungen, da die Nutzung des Preissystems mit Kosten verbunden ist.
Die Kernfragen von Coase
Coase wirft zwei zentrale Fragen auf:
- Warum existieren Unternehmen überhaupt?
- Warum verschwinden Märkte nicht vollständig?
Die Antwort liegt in den Konzepten der Transaktion und der Transaktionskosten. Produktionskosten sind nicht die einzige Quelle für den Ressourcenverbrauch. Die Koordination von Akteuren verursacht Kosten für den Zugang zu Informationen. Die Theorie basiert auf zwei Annahmen:
- Begrenzte Rationalität bei der Entscheidungsfindung.
- Opportunistisches Verhalten der Akteure.
Definition der Transaktionskosten
Transaktionskosten sind die Kosten für den Betrieb des Austauschsystems. Sie lassen sich in drei wesentliche Quellen unterteilen:
- Informationskosten: Suche nach geeigneten Vertragspartnern.
- Verhandlungskosten: Kosten für die Formulierung und den Abschluss von Verträgen.
- Garantiekosten: Überwachung und Kontrolle der Vertragserfüllung.
Vor diesem Hintergrund müssen Unternehmen ständig prüfen, ob sie Leistungen selbst herstellen (Make) oder extern einkaufen (Buy).
Interne Koordinationskosten
Organisationen sind ebenfalls mit internen Koordinationskosten verbunden:
- Kontrollverlust: Je größer das Unternehmen, desto höher die Gefahr von Fehlinterpretationen.
- Einflusskosten: Kosten, die durch das interne politische Funktionieren von Organisationen entstehen.
- Agenturkosten: Die Trennung von Eigentum und Kontrolle begünstigt opportunistisches Verhalten der Entscheider.
Einflussfaktoren und Kritik
Die Unsicherheit einer Transaktion erhöht das Investitionsrisiko, was Verhandlungen verkompliziert und die Transaktionskosten steigert. Eine höhere Wiederholungsrate (Rezidivrate) senkt hingegen das Risiko.
Kritik am Ansatz
Der Ansatz wurde mehrfach kritisiert:
- Die Annahme von Opportunismus vernachlässigt die Rolle von Vertrauen.
- Der starke Fokus auf Kosten vernachlässigt die strategische Effizienz.
- Die Theorie unterschätzt die Kosten der internen Koordination, da sie davon ausgeht, dass interne Streitigkeiten durch die Hierarchie effizienter gelöst werden.