Theorien der Religionswissenschaft und Mythologie

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Ahnenkult

Nach H. Spencer basiert der Ahnenkult auf der Furcht vor den Geistern der Toten. Dies führt zu Riten der Versöhnung (Opfer) sowie zur Anbetung von Tieren und Naturphänomenen.

Animismus

Der Animismus erklärt Traum und Tod durch das Verlassen der Seele aus dem Körper. Der Mensch besteht aus zwei Teilen: dem materiellen Körper und dem unsichtbaren spirituellen Teil (Seele). Alles besitzt eine Seele (Fetische), was als Ursprung der Religion gilt.

Animatismus

Im Gegensatz zum Animismus betont der Animatismus die Dynamik. Religion äußert sich hier durch Tanz und Bewegung. Dinge besitzen eine unpersönliche Kraft (Mana), die übertragen werden kann.

Ethnologische Cambridge-Schule

J.G. Frazer untersuchte in "The Golden Bough" die Zusammenhänge zwischen Magie, Religion, Mythos und Ritual. Mythen dienen dabei als Aitia (Erklärung) für Riten.

Ritualtheorie

J.E. Harrison fokussierte sich auf Initiationsriten. Diese bestehen aus drei Phasen: Trennung, Übergang und Aufnahme.

Soziologische Schule

Émile Durkheim betrachtete Mythen als kollektive Riten. Der Totemismus (Mana oder Gewalt) dient der gesellschaftlichen Bindung, wobei Riten die gesellschaftliche Realität widerspiegeln.

Psychoanalytische Schule

S. Freud interpretierte Mythen durch das Unbewusste und den Ödipus-Komplex. Weitere Vertreter sind:

  • K. Abraham: Mythen als Ausdruck des Drucks der Tradition.
  • Roheim: Mythen als individuelle Träume, die an die Gemeinschaft angepasst sind.
  • Jung: Archetypen als genetisch übertragene Verhaltensmuster.
  • Bettelheim: Märchen helfen bei der Bewältigung psychischer Komplexe.

Funktionalismus

B. Malinowski untersuchte die soziale Funktion von Mythen, die das Leben einer Gesellschaft rechtfertigen und als unersetzlich gelten.

Strukturalismus

G. Dumézil analysierte die indoeuropäische Mythologie anhand einer dreigliedrigen sozialen und religiösen Struktur:

  • Indien: Kastenwesen (Brahmanen, Kshatriyas, Vaishyas, Shudras).
  • Indo-Iranisch: Adel, Krieger, Landwirte.
  • Keltisch: Druiden, Krieger, Bauern.
  • Römisch: Ramnes, Luceres, Titienses.
  • Germanisch: Thrall, Karl, Jarl.

Formalismus

W. Propp identifizierte 31 unveränderliche Motive (Motifeme) in Mythen. W. Burkert ergänzte, dass Mythen grundlegende Elemente des Lebens in drei Phasen darstellen: Trennung, Übergang und Rückkehr.

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