Thomas von Aquin: Philosophie und historischer Kontext

Eingeordnet in Philosophie und Ethik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 2,49 KB

Philosophischer Kontext

Im Hinblick auf den philosophischen Kontext des heiligen Thomas von Aquin lässt sich die Scholastik anführen. Alle scholastischen Denker haben gemeinsam, dass sie zwei Arten von Wissen annehmen: Wissen durch den Glauben und Wissen, das durch die Vernunft und die Sinne erzielt wird. Das Hauptthema der Diskussionen ist die Frage, wie man beides in Einklang bringen kann. Die zentralen Themen des mittelalterlichen Denkens sind:

  • Die Beziehung zwischen Vernunft und Glaube.
  • Die Art der Universalien.
  • Die Unterscheidung zwischen Essenz und Existenz.
  • Die Beziehung zwischen Gott (dem Schöpfer) und den Geschöpfen.

Die scholastische Philosophie umfasst verschiedene Strömungen: die platonische, die neuplatonische, die augustinische, die aristotelische sowie arabische, jüdische und christliche Autoren und einige Mystiker. Von all diesen sind die augustinische und die aristotelische Strömung für unseren Autor am einflussreichsten.

Historisch-kultureller Kontext

Thomas von Aquin wurde 1224 auf Schloss Rocasecca nördlich von Neapel geboren. In dieser Stadt besuchte er die Universität und trat in den Dominikanerorden ein. Im Jahr 1252 erhielt er eine Professur in Paris (unter der Anleitung von Albertus Magnus). Später kehrte er nach Italien zurück und widmete sich der Lehre in verschiedenen Städten.

Unter der enormen Anzahl an Schriften, die der Doctor Angelicus während seines kurzen Lebens verfasste, gehören die Summa contra Gentiles und die Summa theologica zu den bedeutendsten. In dieser Zeit waren wir Zeugen aufeinanderfolgender Invasionen von Völkern aus dem Norden Europas, die Barbarei, Elend, Krieg und eine Verdunkelung der Kultur mit sich brachten. In der sozioökonomischen Entwicklung finden wir drei verschiedene Schichten: das Volk, den Adel und den Klerus.

Auf politischer Ebene stechen die anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Staat hervor, obwohl diese in den meisten Fällen zu Vereinbarungen oder Allianzen führten, damit beide Parteien ihre jeweiligen Machtbereiche weiter ausbauen konnten.

Im kulturellen Bereich gab es einen spürbaren Rückgang, wenn nicht gar zeitweise eine absolute Lähmung. Dennoch blieb die Bewunderung für die Klassiker bestehen, und in den Klöstern wurden die Werke der wichtigsten Autoren übersetzt und kopiert.

Verwandte Einträge: