Thomas von Aquin und Wilhelm von Ockham: Philosophie
Eingeordnet in Philosophie und Ethik
Geschrieben am in
mit einer Größe von 2,85 KB
Thomas von Aquin: Glaube und Vernunft
Thomas von Aquin war ein bedeutender Gelehrter, der sich ausschließlich der Lehre und dem Schreiben widmete. Sein philosophisches Hauptanliegen war die Versöhnung von Glaube und Vernunft. Er suchte nach einem Ausgleich auf Basis folgender Grundsätze:
- Klare Unterscheidung zwischen Vernunft und Glauben: Die Vernunft ist eine natürliche menschliche Fähigkeit, während der Glaube eine übernatürliche Gabe durch göttliche Gnade ist.
- Kein Widerspruch zur Offenbarung: Wenn die Vernunft mit der offenbarten Wahrheit in Konflikt gerät, ist die Schlussfolgerung per definitionem falsch.
- Drei Arten von Wahrheiten: Natürliche Wahrheiten, Präambeln des Glaubens und die offenbarte Wahrheit.
Aristotelismus und Metaphysik
Thomas von Aquin integrierte den Aristotelismus in die christliche Theologie. Er leistete einen eigenständigen Beitrag durch die Unterscheidung zwischen Wesen (Essenz) und Dasein (Existenz):
- Die Essenzen sind ewig.
- Die Existenz Gottes ist notwendig, während die Existenz aller Geschöpfe zufällig (kontingent) ist.
Die fünf Wege zum Gottesbeweis
Thomas von Aquin nutzt die natürliche Vernunft, um die Existenz Gottes zu begründen:
- Bewegung: Gott als unbewegter Beweger.
- Ursache: Gott als erste Ursache aller Wirkungen.
- Notwendigkeit: Gott als notwendiges Wesen.
- Vollkommenheit: Gott als Maßstab aller Vollkommenheit.
- Zweckmäßigkeit: Gott als Lenker der Weltordnung.
Wilhelm von Ockham: Nominalismus und Empirismus
Wilhelm von Ockham, ein englischer Philosoph, vertrat eine radikale Abkehr von der klassischen Metaphysik. Er forderte eine strikte Trennung zwischen philosophischem Wissen und Religion.
Kritik der Metaphysik
Für Ockham erkennt die menschliche Vernunft nur das, was durch die Sinne wahrnehmbar ist. Er lehnt metaphysische Konstrukte ab:
- Es gibt nur Einzeldinge; allgemeine Begriffe sind lediglich Namen (Nominalismus).
- Gott, die Seele und ihre Attribute sind rational nicht beweisbar.
Gottesbild und Weltverständnis
Ockham vertritt eine voluntaristische Konzeption Gottes: Gott ist allmächtig und handelt nach seinem freien Willen, nicht nach rationalen Notwendigkeiten. Die Welt ist kontingent und nicht durch menschliche Vernunft vollständig erklärbar.
Epistemologie: Ockhams Rasiermesser
Alles Wissen wird durch die Sinne erworben und ist nicht angeboren. Ockham führte das Prinzip der Sparsamkeit ein (Ockhams Rasiermesser): Wenn zwei Erklärungen zum gleichen Ergebnis führen, ist die einfachere Theorie vorzuziehen.