Die thomistische Ethik und Politik des Thomas von Aquin

Eingeordnet in Philosophie und Ethik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,87 KB

Die thomistische Ethik

Der heilige Thomas von Aquin folgt der aristotelischen Auffassung von der Natur und der Analyse ihrer Bewegung bis zum Ende.

Er entfernt sich jedoch vom rein aristotelischen Begriff durch die Erwägung, dass der Mensch nicht in seiner Natürlichkeit erschöpft ist, sondern sich am Übernatürlichen orientiert.

Als vernünftiges Wesen kann der Mensch die Regeln entdecken, die sich aus seiner Natur entwickeln. Er nannte all diese Regeln das Naturrecht (Lex Naturalis):

  • Substanz: Menschen neigen dazu, ihre eigene Existenz zu bewahren.
  • Das menschliche Tier: Der Mensch neigt dazu, seine Art zu verbreiten.
  • Vernunft: Als rationale Wesen neigen Menschen dazu, die Wahrheit zu suchen.
  • Sozialwesen: Menschen neigen dazu, in einer Gesellschaft zu leben. Diese bietet eine Reihe von Regeln für das Zusammenleben; diese Regeln werden als positives Recht bezeichnet.

Dieses positive Gesetz dient als Erweiterung des Naturrechts und kann niemals gegen dieses verstoßen.

Sowohl das Naturrecht als auch das positive Recht unterliegen dem ewigen Gesetz (Lex Aeterna), also der Ordnung, der Gott das Universum unterworfen hat.

Dieses Gesetz erfahren physische Wesen (Tiere und Pflanzen) in einer anderen Ordnung als der Mensch, da dieser durch ein moralisches Gesetz regiert wird, das seine Freiheit respektiert.

Die Grenzen des Thomismus

In der thomistischen Synthese, die eine Reihe von Grundlagen bietet, finden sich auch die Bedingungen für ihre eigene Krise:

  • Die Mystik: Mit der Ablehnung der Philosophie als Verunreinigung des Glaubens.
  • Der Nominalismus: Er behauptet, dass der Wert der Erfahrung ganz ohne Theologie erfasst werden kann.

Thomistische Politik

Sowohl die Ethik als auch die Politik basieren philosophisch auf Aristoteles, werden jedoch durch eine theologische Komponente ergänzt.

Für den heiligen Thomas hat der Mensch ein übernatürliches Ziel, das der Staat nicht erfüllen kann; daher ergeben sich daraus die Staat-Kirche-Beziehungen.

Der Staat

Wie bei Aristoteles ist der Staat eine natürliche Institution, die auf der Natur des Menschen beruht. Der Mensch ist ein soziales Wesen, was sich in drei Punkten zeigt:

  • Die Natur gibt den Tieren Nahrung und Kleidung; Menschen werden hingegen durch die Gesellschaft versorgt.
  • Die Arbeitsteilung ist notwendig.
  • Der Mensch kommuniziert durch die Sprache – ein Zeichen dafür, dass er für die Gesellschaft geboren wurde.

Regierung und Gesellschaft

Da die Gesellschaft natürlich ist, sollte es ein Prinzip geben, das die Aktivitäten der Bürger für das Gemeinwohl leitet.

Gott regiert die Welt durch sein ewiges Gesetz; Menschen nehmen durch das Naturrecht und das Sittengesetz an diesem ewigen Gesetz teil.

Der Staat besitzt die Mittel, um sein Ziel – das Gemeinwohl der Bürger – zu erreichen. Die Regierung muss diese Mittel sicherstellen.

Die Kirche

Das Ziel der Kirche ist übernatürlich und steht höher als das des Staates, daher sollte der Staat ihr untergeordnet sein.

Das Individuum

In den Beziehungen zwischen dem Individuum und dem Staat vertritt der heilige Thomas die Ansicht, dass der Teil auf das Ganze ausgerichtet ist. Da das Individuum Teil des Staates ist, müssen die staatlichen Gesetze auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein.

Souveränität

Die staatliche Souveränität ist nicht absolut. Der Souverän muss das Naturrecht anwenden, ohne gegen Gott zu verstoßen. Wenn ein Gesetz ungerecht ist, indem es gegen Gott verstößt, muss es missachtet werden.

Verwandte Einträge: