Tomás Morales: Leben und Werk des kanarischen Dichters

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Tomás Morales Castellano (10. Oktober 1884 in Moya, Las Palmas – 15. August 1921 in Las Palmas de Gran Canaria) war ein spanischer Dichter und eine Schlüsselfigur des kanarischen Modernismo. Er gilt als einer der bedeutendsten Dichter der spanischen Moderne und als Begründer der modernen kanarischen Dichtung. Sein Hauptwerk ist Las Rosas de Hércules, aus dem besonders das Gedicht „Oda al Atlántico“ (Ode an den Atlantik) hervorsticht.

Biografie

Frühe Jahre und Ausbildung

1893 begann er seine Grundschulausbildung am Colegio de San Agustín, die er 1898 abschloss. In den folgenden zwei Jahren schrieb er seine ersten Gedichte. Er gehörte zur Generation kanarischer Dichter wie Alonso Quesada, Saulo Torón und Victorio Macho. Am Colegio de San Agustín traf er auf Alonso Quesada und den Maler Néstor Martín-Fernández de la Torre. Im Jahr 1900 zog er nach Cádiz, um ein Medizinstudium zu beginnen.

Literarische Laufbahn in Madrid

In der Zeitung El Telégrafo (Las Palmas) veröffentlichte er zwischen 1902 und 1903 seine ersten Gedichte. 1904 setzte er sein Studium an der medizinischen Fakultät San Carlos in Madrid fort. In der Hauptstadt freundete er sich mit dem kanarischen Schriftsteller Luis Doreste Silva an. Dieser sowie der ebenfalls kanarische Schriftsteller Ángel Guerra führten ihn in das literarische Leben Madrids ein. Er besuchte die damaligen Schriftstellertreffpunkte, wie die Zusammenkünfte von Francisco Villaespesa im Café Universal und die von Carmen de Burgos, bekannt als „Colombine“, der Leiterin der Revista Crítica. Seine Freundschaft mit „Colombine“ machte ihn unter den Intellektuellen Madrids bekannt. Möglicherweise lernte er bei diesen Treffen auch Rubén Darío kennen. Zwischen 1906 und 1908 pflegte er Freundschaften mit Dichtern wie Fernando Fortún, Enrique Díez-Canedo, Francisco Villaespesa und Ramón Gómez de la Serna. 1907 veröffentlichte er Gedichte und Kritiken in der Zeitschrift Latina, die im selben Jahr von Villaespesa gegründet wurde.

Rückkehr nach Gran Canaria und letzte Jahre

Nach der Veröffentlichung seines ersten Buches und dem Abschluss seines Studiums, das er im folgenden Jahr mit einem Doktortitel beendete, kehrte er 1909 endgültig nach Gran Canaria zurück. 1911 wurde er zum Arzt in Agaete ernannt und praktizierte dort bis 1919, als er als Arzt nach Las Palmas zog. 1920 erhielt er anlässlich der Veröffentlichung des zweiten Bandes von Las Rosas de Hércules mehrere Ehrungen. In dieser Zeit plante er die Herausgabe des ersten Teils seines Gesamtwerks. 1921 wurde er zum Vizepräsidenten des Cabildo Insular de Gran Canaria ernannt. Seine politische Karriere war jedoch nur von kurzer Dauer, da er am 15. August desselben Jahres in Las Palmas verstarb. Er konnte seinen Traum, die vollständige Ausgabe von Las Rosas de Hércules zu veröffentlichen, nicht mehr verwirklichen.

Sein früher Tod ereignete sich kurz nachdem er die Ehrung des Ateneo de Madrid erhalten hatte.

Nachleben und Ehrungen

Heute tragen ein Gymnasium und ein Stadtviertel in Las Palmas de Gran Canaria seinen Namen. Darüber hinaus ist eines der historischen Lateinersegelboote, das in der Bucht von Las Palmas an Regatten teilnimmt, nach ihm benannt.

Bibliographie

  • Las Rosas de Hércules. La cena de Bethania. Versiones de Leopardi, Santa Cruz de Tenerife, 1984.
  • Las Rosas de Hércules, Gobierno de Canarias (BBC Nr. 22), 1990.
  • Las Rosas de Hércules, Barcelona, Mondadori, 2000.
  • Artiles, Joaquín und Quintana, Ignacio: Historia de la literatura canaria, Mancomunidad de Cabildos, 1978.
  • Verschiedene Autoren: Biografías de canarios célebres, EDIRC, 1982.
  • DE LA NUEZ CABALLERO, S.: Tomás Morales. Su vida, su tiempo, su obra, 2 Bände, La Laguna, Universität La Laguna, 1956.
  • ---, Introducción al estudio de la Oda al Atlántico de Tomás Morales. Manuscritos. Génesis y estructuras, Las Palmas de Gran Canaria, Cabildo de Gran Canaria, 1973.
  • GONZÁLEZ SOSA, M. (Hrsg.): Tomás Morales. Suma crítica, La Laguna, Instituto de Estudios Canarios, 1992.
  • NUEZ, Sebastián de la: „La poesía modernista en Canarias“, in: Historia de Canarias, Cupsa Editorial, 1981, Band III, S. 163–168.
  • QUINTANA, José: 96 poetas de Canarias, Bilbao, 1970, S. 123–127.
  • PADRÓN, Jorge: Primer ensayo para un diccionario de la literatura en Canarias, Gobierno de Canarias, 1992.
  • PADRÓN, Jorge: „Bajo el signo de Tomás Morales“, in: Lectura de la poesía canaria contemporánea, Gobierno de Canarias, 1991, S. 93–105.
  • SUÁREZ, J. J. Hair: Introducción al estudio del lenguaje poético de Tomás Morales, Santa Cruz de Tenerife, Gobierno de Canarias, 1985.

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