Totalitarismus: Stalinismus, Faschismus und Nationalsozialismus (1920–30er)

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Stalins Machtergreifung (1924)

Nach dem Tod Lenins kämpften Stalin und Trotzki 1924 um die Führung; Stalin gewann schließlich die Macht und konsolidierte seine Herrschaft.

Politische Entwicklungen

Der Stalinismus wurde zur persönlichen Herrschaft Stalins und entwickelte sich zu einem totalitären Regime. Die politische Polizei setzte Repressionen ein, Oppositionelle wurden verfolgt und in Arbeitslager (Gulag) nach Sibirien deportiert.

Wirtschaft

Die Wirtschaft war durch zentrale Planwirtschaft und die Einführung von Fünfjahresplänen gekennzeichnet.

  • Kollektivierung auf dem Land: Bildung staatlicher landwirtschaftlicher Betriebe und Kollektive (Kolchosen).
  • Geplante Industrialisierung: Starke Förderung der Schwerindustrie; die Sowjetunion entwickelte sich zur industriellen Großmacht.

Gesellschaft

Die Bevölkerung wuchs teilweise durch Verbesserungen in Hygiene und Medizin sowie durch staatliche Geburtenkampagnen.

  • Reduzierung der Zahl der kleinbäuerlichen Betriebe durch Kollektivierung und Mechanisierung der Landwirtschaft.
  • Erhöhung der Zahl der Industriearbeiter.
  • Entstehung neuer sozialer Kategorien wie der Intelligenz, technischer Fachkräfte und kommunistischer Parteifunktionäre.

Italienischer Faschismus

Der italienische Faschismus unter Mussolini etablierte eine autoritäre, ultranationalistische Herrschaftsform, die die politische Opposition beseitigte und das politische System auf die Führung der faschistischen Partei ausrichtete.

Innenpolitik (Italien)

Mussolini errang die absolute Macht: Die faschistische Partei eliminierte politische Opposition; der Große Faschistische Rat übernahm viele Funktionen des Parlaments.

Außenpolitik (Italien)

Die Außenpolitik war von ultranationalistischer Ideologie geprägt und zeigte aggressive Handlungen gegenüber anderen Völkern und Staaten.

Wirtschaft (Italien)

Die Wirtschaftspolitik war interventionistisch und strebte eine staatsgelenkte, teils autarke Ordnung an.

Gesellschaft (Italien)

Die Gesellschaftspolitik diente der Förderung des Korporativismus und der Einbindung von Berufsgruppen in staatlich gelenkte Verbände.

Nazi-Totalitarismus

Hitler gewann an Einfluss und errang die Macht; die nationalsozialistische Partei setzte eine rechte, diktatorische Herrschaft durch, löste die Weimarer Republik auf und gründete das Dritte Reich.

Innenpolitik (Deutschland)

Die NS-Herrschaft etablierte strenge Kontrolle durch die Partei, eine unerbittliche politische Polizei (Gestapo) sowie verschiedene paramilitärische Organisationen.

Ideologie und Gewalt

Hitler propagierte Antisemitismus, Rassismus und pangermanistische Ideen; diese Ideologie prägte Innen- und Außenpolitik sowie staatliche Repressionen.

Außenpolitik (Deutschland)

Die Außenpolitik zielte zentral darauf ab, den Vertrag von Versailles zu revidieren und Deutschland als Großmacht wiederherzustellen.

Wirtschaft (Deutschland)

Die wirtschaftliche Politik strebte Autarkie an und setzte stark auf öffentliche Investitionen und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

Gesellschaft (Deutschland)

Die Gesellschaftspolitik förderte eine nationalistisch-natalistische Orientierung und propagierte eine staatlich gelenkte Sozial- und Familienpolitik.

Medien

Medien wurden zu einem entscheidenden Instrument der Macht. Sie dienten nicht nur der Information, sondern beeinflussten auch die öffentliche Meinung und unterstützten die Regierungen bei der Schaffung von staatlicher Zustimmung.

New Deal

Der New Deal war ein wirtschafts- und sozialpolitisches Programm zur Bekämpfung der Krise in den USA.

  • Beihilfen an Landwirte durch Entschädigungszahlungen.
  • Leistungen bei Arbeitslosigkeit und Arbeitsbeschaffungsprogramme.
  • Höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten als Ziel der Arbeitsmarktpolitik.
  • Staatliche Interventionen im Bankensektor.
  • Investitionen in öffentliche Bauvorhaben und Infrastruktur.

Ursachen für die Entstehung des Totalitarismus

  • Die Erholung nach einem verheerenden Krieg.
  • Die Angst vor sozialer Revolution, ähnlich der russischen Revolution.
  • Die wirtschaftliche Unsicherheit und die Krise ab 1929.

Faschistischer Totalitarismus

Faschistische Bewegungen gewannen die Unterstützung verschiedener sozialer Gruppen und schufen Massenbewegungen, die in ein zentralisiertes totalitäres System mündeten. Sie lehnten die liberale Demokratie ab und bekämpften Sozialismus, Kommunismus und die organisierte Arbeiterbewegung. Zur Durchsetzung nutzten sie Repression, Terror und Massenmanipulation.

Ursachen der Krise (USA)

  • In den Vereinigten Staaten entstand eine Konsumgesellschaft, die stark auf leicht verfügbares Kreditsystem setzte.
  • Überproduktion in Industrie und Landwirtschaft.
  • Niedrige Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse.
  • Verfügbares Kapital floss in spekulative Anlagen, besonders in Aktien.

Die Weltwirtschaftskrise (Great Depression)

  • Die Krise in den USA wirkte sich negativ auf die Dauerhaftigkeit des internationalen Kapitalflusses aus.
  • Amerikanische Investoren zogen Kapital aus Europa zurück.
  • Das Ausbleiben von Investitionen führte zu Betriebsschließungen, Bankenzusammenbrüchen und steigender Arbeitslosigkeit.

Arbeitsweise totalitärer Regime

  • Anbetung eines charismatischen Führers (z. B. der Duce in Italien, der Führer in Deutschland).
  • Schaffung einer sozialen Hierarchie, geordnet nach Funktion und Aufgabe.
  • Glorifizierung des Militarismus.
  • Rechtfertigung und Förderung von Krieg als Mittel territorialer Expansion und imperialistischer Politik.
  • Ausgeprägter Nationalismus, oft in Rassismus entartet.

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