Tourismus in Spanien: Entwicklung, Arten und Trends
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Die Entwicklung des Tourismus in Spanien
Der Tourismus entwickelte sich ab den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts zu einem Massenphänomen. Ursächlich hierfür waren der Anstieg des Lebensstandards der Bevölkerung sowie veränderte gesellschaftliche und kulturelle Werte. Der Tourismus stellt eine bedeutende wirtschaftliche Aktivität in unserem Land dar, die rund 1,5 Millionen Menschen Beschäftigung bietet und maßgeblich zur Transformation der Landschaft beigetragen hat. Da er jedoch auch ein Faktor der Umweltdegradation sein kann, wurden Pläne wie "Excellence in Tourism" und "Travel Plans Dynamik" ins Leben gerufen. Deren Ziele liegen in der Bereicherung und Diversifizierung des touristischen Angebots.
Pull-Faktoren und Arten der Touristenströme
Der enorme Zustrom von Touristen in unser Land lässt sich durch mehrere Faktoren erklären: ein großes Volumen und die Vielfalt der natürlichen und kulturellen Ressourcen, eine gute Verkehrsanbindung, konkurrenzfähige Preise sowie eine effektive Promotion und Werbung. Zudem ist der psychologische Faktor des Vertrauens, der durch eine stabile Politik erzeugt wird, von großer Bedeutung. Die Touristenströme lassen sich in verschiedene Typen unterteilen:
- Küsten-Tourismus: Dies ist die traditionelle Form des Massentourismus seit den 1950er Jahren, geprägt durch die Suche nach Sonne und Strand. Die Mittelmeerküste, die Kanarischen Inseln und die Balearen sind hierbei die Hauptziele. Diese Entwicklung erforderte den Bau großer Hotelanlagen.
- Bergtourismus: Eine weniger massenorientierte Form, die auf dem Genuss der Natur und Landschaft in Bergregionen basiert, sowohl im Winter als auch im Sommer. Besonders hervorzuheben ist der Wintertourismus.
- Kulturtourismus: Hierbei steht der Besuch von Orten mit historischem und künstlerischem Interesse im Vordergrund. Dies ist besonders wichtig in Städten mit bedeutendem architektonischem Erbe wie Barcelona, Sevilla oder Toledo. Auch Santiago de Compostela als Wallfahrtsort spielt eine zentrale Rolle.
- Geschäfts- und Kongresstourismus: Dieser Bereich umfasst Kurzreisen für Geschäftsreisende, wissenschaftliche Sitzungen oder die Teilnahme an Messen (Ferias).
- Ländlicher Tourismus: Auch als sanfter Tourismus bekannt, erlebte dieser Sektor in den letzten Jahren eine starke Expansion. Er umfasst Aufenthalte in Landhäusern oder ländlichen Hotels.
- Gesundheitstourismus: Hierzu zählen Kurorte, Heilbäder und Thermen.
- Abenteuer-Tourismus und Themenparks: Die aktuelle Verbreitung von Themenparks ist ein weiteres Phänomen, das darauf abzielt, Kurzzeittouristen zu mobilisieren.
Merkmale der aktuellen Touristenströme
Internationaler Tourismus (Incoming)
Spanien ist nach Frankreich das weltweit zweitgrößte Tourismusziel. Die Gesamteinnahmen aus dem Tourismus belaufen sich auf über 30.000 Millionen Euro. Der Einreiseverkehr weist folgende Merkmale auf:
- Die meisten Touristen kommen aus Europa, wobei Großbritannien und Deutschland die wichtigsten Märkte darstellen.
- Die Hauptziele sind die Balearen, die Kanarischen Inseln und die Mittelmeerküste. Allein die Balearen und Katalonien empfangen zwei Drittel der Touristen.
- Der Hauptgrund für den Besuch unseres Landes ist der Urlaub.
- Die Sommersaison bleibt die Zeit mit dem größten Besucherfluss, obwohl eine schrittweise saisonale Entzerrung angestrebt wird.
- Hotels sind die am weitesten verbreitete Unterkunftsform. Bemerkenswert ist zudem die Bedeutung von Wohneigentum auf den Balearen.
- Das Flugzeug ist das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel. Die Archipele empfangen die Hälfte der Touristen, gefolgt von den Standorten Madrid und Barcelona.
Nationaler Tourismus (Inlandstourismus)
Obwohl schwer präzise zu beziffern, hat die Bedeutung des Inlandstourismus in den letzten Jahren aufgrund des steigenden Lebensstandards und der Zunahme an Freizeit deutlich zugenommen. Die Merkmale des nationalen Tourismus sind:
- Prävalenz des Inlandstourismus: Die Mehrheit der Reisen findet innerhalb Spaniens statt.
- Übergewicht kurzfristiger Reisen zu Zweitwohnungen: Diese machen fast zwei Drittel der Fahrten aus, konzentrieren sich meist auf Wochenenden und hängen eng mit dem Einkommensniveau zusammen.
- Präferenz für die Mittelmeerküste: Sie ist das Hauptziel für Reisen der spanischen Bevölkerung.
- Freizeit und Urlaub als Hauptgründe: Dies sind die primären Motive für Inlandsreisen.
- Konzentration der Aktivitäten: Mindestens 50 % der gesamten Reisen entfallen auf die Sommersaison, gefolgt von Ostern.
- Hegemonie des Autos: Das Auto ist das von den Spaniern am häufigsten genutzte Transportmittel.