Trägheit in der Physik: Definitionen und Anwendungen
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Inertia und Trägheit
Trägheit ist der Widerstand eines physischen oder sozialen Systems gegen Veränderungen. In der Physik beschreibt Trägheit die Schwierigkeit, den physikalischen Zustand eines Systems zu ändern.
Die beiden häufigsten Anwendungen in der Physik sind die mechanische und die thermische Trägheit:
- Mechanische Trägheit: Ein Maß für die Schwierigkeit, den Bewegungszustand oder die Ruhe eines Körpers zu ändern. Sie hängt von der Masse und dem Trägheitstensor ab.
- Thermische Trägheit: Ein Maß für die Schwierigkeit, mit der ein Körper seine Temperatur ändert, wenn er mit anderen Körpern oder Wärmequellen in Kontakt kommt. Sie hängt von der Masse und der Wärmekapazität ab.
Massenkräfte werden als fiktive Kräfte oder scheinbare Kräfte für einen Beobachter in einem Nicht-Inertialsystem betrachtet.
Trägheitsmoment
Das Trägheitsmoment oder die Rotationsträgheit ist ein Maß für die Rotations-Trägheit eines Körpers. Insbesondere ist das Trägheitsmoment ein Skalar, der die Verteilung der Masse eines Körpers oder eines Teilchensystems in Bezug auf die Drehachse widerspiegelt. Es hängt ausschließlich von der Geometrie des Körpers und der Lage der Drehachse ab, nicht jedoch von den wirkenden Kräften.
Das Trägheitsmoment spielt eine analoge Rolle zur trägen Masse bei der gleichförmigen geradlinigen Bewegung und ist der skalare Wert des Drehimpulses eines starren Körpers.
Träge Masse
Die träge Masse ist ein Maß für den Widerstand eines Körpers gegen eine Geschwindigkeitsänderung in Bezug auf ein Inertialsystem. In der klassischen Physik wird die träge Masse eines Teilchens durch die folgende Gleichung definiert (wobei ein Teilchen als Einheit definiert ist, m1 = 1):
Hierbei ist mi die träge Masse des Teilchens i und ai die anfängliche Beschleunigung des Teilchens i in Richtung des Teilchens 1, in einem Volumen, das nur durch die Partikel i und 1 besetzt ist, wobei beide Teilchen zunächst in Ruhe sind und einen Einheitsabstand zueinander haben. Es wirken keine äußeren Kräfte, außer der gegenseitigen Einwirkung der Partikel.
Schwungrad
Ein Schwungrad ist in der Mechanik ein passives Element, das zusätzliche Trägheit hinzufügt, um kinetische Energie zu speichern. Dieses Rad setzt seine Bewegung fort, bis das Trägheitsmoment, das es antreibt, endet. Somit widersetzt sich das Schwungrad schnellen Beschleunigungen in einer Drehbewegung, was dazu dient, Schwankungen der Winkelgeschwindigkeit zu reduzieren und den Energiefluss zwischen einer Stromquelle und ihrer Last zu glätten.
Derzeit gibt es zahlreiche Forschungsansätze für neue Anwendungen von Schwungrädern, zum Beispiel:
- Energierückgewinnung: Absorption der Bremsenergie eines Fahrzeugs zur späteren Wiederverwendung bei der Beschleunigung (KERS).
- Energieglättung: Einsatz in Stromerzeugungsanlagen für Wind- und Photovoltaikenergie sowie in industriellen elektrischen Anwendungen.
- Elektrische Eisenbahn: Regenerative Bremssysteme, die Energie beim Bremsen zurück in die Stromleitungen speisen, wobei neue Materialien und Designs zu höheren Wirkungsgraden führen.