Typologien von Sexualstraftätern
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Nicolas Groth: Komponenten der Psychologie
Nicolas Groth beschreibt die notwendigen Komponenten in der Psychologie der Sexualstraftäter. Die wesentlichen Komponenten sind: Feindseligkeit, Macht und Sexualität.
- Wutvergewaltigung (Feindseligkeit): Es wird mehr Gewalt angewendet, als für den Vollzug der Handlung notwendig wäre. Die sexuelle Erregung resultiert aus der Demonstration von Stärke und ist ein Ausdruck von Wut gegenüber Frauen.
- Machtvergewaltigung (Power): Suche nach sexueller Eroberung. Der Vergewaltiger ist oft in einer Routine gefangen und möchte seine Identität behaupten.
- Sadistische Vergewaltigung: Die Aggression ist vorsätzlich geplant. Dies ist die gefährlichste Form, da dem Opfer Verletzungen zugefügt werden, was die sexuelle Spannung des Täters steigert.
Bridgewater Treatment Center (1969)
Unterscheidung zwischen vier Gruppen von Rechtsbrechern:
- Vergewaltigung durch verschobene Aggression: Anfänglich ist keine sexuelle Erregung vorhanden; das Ziel ist die Demütigung der Frau. Es werden sadistische Techniken wie Fesseln eingesetzt. Das Opfer wird zufällig gewählt. Ähnelt Groths sadistischem Vergewaltiger.
- Kompensatorische Vergewaltiger: Möchten ihre sexuelle Kompetenz beweisen und nutzen Aggressivität. Entspricht der Machtvergewaltigung nach Groth.
- Sexuell aggressiver Vergewaltiger: Nutzt körperlichen Schaden zur Erregung. Greift Opfer für sexuelle Lust an. Ähnelt dem feindseligen Vergewaltiger nach Groth.
- Impulsive Vergewaltigung: Der opportunistische Vergewaltiger, der eine günstige Gelegenheit zur Tat nutzt.
Ronald Holmes
- Machtbestätigende Vergewaltigung: Zeigt abweichendes Sexualverhalten, wie das Entwenden von Frauenunterwäsche. Wendet nur die notwendige Kraft an, um das Opfer zu bezwingen.
- Rachevergewaltigung: Eine Person, die sich (vor allem von Frauen) beleidigt fühlt. Nutzt jede verfügbare Waffe und verlangt vom Opfer Demütigung und Erniedrigung, um es zu terrorisieren. Er handelt impulsiv, gewalttätig und kann das Opfer sogar töten.
- Raubtierhafter Vergewaltiger: Versucht, durch die Vergewaltigung seine Männlichkeit zu bekunden. Er handelt opportunistisch und kümmert sich nicht darum, seine Identität zu verbergen.
- Sadistische Vergewaltigung: Die gefährlichste Form. Der Zweck ist es, das Opfer zu terrorisieren und zu verletzen. Der Täter ist intelligent, plant seine Angriffe akribisch und ist schwer zu fassen. Hierzu zählen auch psychopathische Serientäter.
Scully (1990): Gründe für Vergewaltigungen
Analyse der Situationen und Motive:
- Die Tat erfüllt den Wunsch nach Rache oder Bestrafung.
- Die Tat ist ein Mittel, um Sex zu erzwingen, wenn die Frau nicht einwilligt.
- Die Tat bietet die Möglichkeit, Macht zu genießen und absolute Kontrolle über den Körper eines anderen zu haben.
- Die Tat wird als Freizeitbeschäftigung oder Abenteuer angesehen.
- Die Tat ist ein Mehrwert oder eine Gelegenheit, die sich während der Begehung anderer Verbrechen bietet.