Umweltwissenschaften und Naturrisiken
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1. Umweltwissenschaften
Ein Ökosystem besteht aus einem physischen Raum, der durch eine Reihe von Umweltfaktoren (Temperatur, Salzgehalt, Feuchtigkeit) und biotischen Faktoren (lebende Organismen, die sich auf diese Ressourcen beziehen) gekennzeichnet ist. Die Umweltwissenschaften widmen sich dem Studium der Ökosysteme aus verschiedenen Disziplinen (Geologie, Chemie, Biologie, Recht, Ethik etc.) und untersuchen die Auswirkungen menschlicher Eingriffe.
2. Raubbau an natürlichen Ressourcen
Alles, was die Menschheit aus der Natur gewinnt, dient der Deckung ihrer Bedürfnisse. Ressourcen können sein:
- Nicht-erneuerbar: In begrenzten Mengen vorhanden (z. B. Öl).
- Erneuerbar: Nicht erschöpfbar (z. B. Wind).
- Potenziell erneuerbar: Können sich regenerieren, sofern sie nicht übernutzt werden (z. B. Fischerei).
Ein ernstes Problem ist die Verfügbarkeit dieser Ressourcen aufgrund der Bevölkerungsexplosion, da das Bevölkerungswachstum nahezu unbegrenzt ist, während die Ressourcen begrenzt sind.
3. Nachhaltige Entwicklung
Nachhaltige Entwicklung befriedigt die Bedürfnisse der Gegenwart, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden. Sie fördert die Balance zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen.
3.1 Ökologische Kapazität
Die Kapazität eines Ökosystems zur Erhaltung der Lebensqualität hängt von vielen Faktoren ab. Der ökologische Fußabdruck misst das Land, das benötigt wird, um die Ressourcen für den Menschen zu erzeugen und Abfälle zu assimilieren (ausgedrückt in Hektar pro Person). Derzeit werden 1,5 Erden benötigt, um den Bedarf der Menschheit langfristig zu sichern.
3.2 Grundsätze der Nachhaltigkeit
- Extraktionsprinzip: Rohstoffgewinnung muss kleiner oder gleich der Regenerationsrate sein.
- Emissionsprinzip: Abfallmengen müssen unter der Selbstreinigungskraft der Ökosysteme liegen.
- Null-Emissionen: Schadstoffausstoß auf Null senken.
- Integrationsprinzip: Siedlungen dürfen die Tragfähigkeit des Gebiets nicht überschreiten.
- Technologieprinzip: Förderung effizienterer Technologien und Vorsorgemodelle zur Risikovermeidung.
4. Wasser als Ressource
Wasser ist eine erneuerbare, aber begrenzte Ressource. Die Verknappung von Süßwasser wird durch Bevölkerungswachstum, Stadtentwicklung, industrielle Aktivitäten und Umweltverschmutzung verschärft. Die Nutzung verteilt sich auf Landwirtschaft (70 %), Industrie (22 %) und Haushalte (8 %).
4.1 Wasserwirtschaftliche Planung
Diese umfasst Sparmaßnahmen (effizientere Bewässerung, Recycling), technische Maßnahmen (Talsperren, Entsalzungsanlagen) und politische Maßnahmen (Gesetze und internationale Abkommen wie die Dublin-Konferenz 1992).
5. Ressourcen der Biosphäre
Die Biosphäre umfasst alle Ökosysteme der Erde. Wichtige Ressourcen sind:
- Biodiversität: Vielfalt der Organismen als Quelle für Nahrung und Rohstoffe.
- Boden: Essentiell für die Landwirtschaft.
- Landwirtschaft und Viehzucht: Der Übergang zur intensiven Landwirtschaft verursacht Umweltprobleme. Der ökologische Landbau verzichtet auf synthetische Chemikalien und GVO.
- Fischerei: Eine Alternative zur Überfischung ist die Aquakultur.
- Waldressourcen: Wälder liefern Holz, Medikamente und Nahrungsmittel und sind für die Biosphäre unverzichtbar.
6. Mineralische Ressourcen
Bodenschätze gelten als nicht-erneuerbar, da ihre Entstehung geologisch sehr langsam verläuft und übermäßiger Verbrauch zur Erschöpfung führt.
7. Energieressourcen
Die weltweit am weitesten verbreiteten Energiequellen sind Öl, Kohle, Erdgas, Kernenergie und Wasserkraft. Der steigende Stromverbrauch erfordert den Umstieg auf alternative Quellen.
7.1 Konventionelle Energien
Dazu zählen fossile Brennstoffe (umweltschädlich durch Treibhausgase), Kernspaltung (Problematik der Abfalllagerung) und Wasserkraft (erfordert große Infrastruktureingriffe).
7.2 Alternative Energien
Dazu gehören Solarenergie, Windkraft, Biomasse, Geothermie, Gezeitenkraft und Wasserstoff.
8. Global denken, lokal handeln
Maßnahmen müssen auf zwei Ebenen erfolgen:
- Politisch: Internationale Gipfel und Verträge (z. B. Erdgipfel in Rio 1992).
- Sozial: Lokale Maßnahmen zur Energieeinsparung, Wiederverwendung und zum Recycling.
9. Naturrisiken und Katastrophen
Ein Naturrisiko ist ein Prozess, der eine Bedrohung für Menschenleben oder Eigentum darstellt. Eine Naturkatastrophe tritt ein, wenn ein außergewöhnliches Ereignis ein bewohntes Gebiet trifft. Menschliche Faktoren wie unkontrolliertes Bevölkerungswachstum, globale Erwärmung und Entwaldung verstärken diese Risiken.
9.1 Risikoanalyse und Planung
Die Risikobewertung (R) berechnet sich aus: R = P (Gefahr) x V (Gefährdung) x E (Exposition). Die Planung umfasst Vorhersage (Gefahrenkarten) und Prävention (strukturelle und nicht-strukturelle Maßnahmen).
10. Spezifische Risiken
- Vulkanisches Risiko: Überwachung durch geophysikalische Messungen und Evakuierungspläne.
- Erdbebenrisiko: Abhängig von Magnitude und Gebäudestabilität. Prävention durch erdbebensichere Baunormen.
- Tsunamis: Riesenwellen nach Seebeben; Frühwarnsysteme sind entscheidend.
- Salzstöcke und Erdrutsche: Geologische Instabilitäten, die durch geophysikalische Karten und Bauvorschriften kontrolliert werden.
- Klimatische Risiken: Tropische Wirbelstürme, Tornados und Überschwemmungen (die verheerendste Naturgefahr weltweit).
- Kosmisches Risiko: Einschläge von Meteoriten oder Asteroiden.