Die Unabhängigkeit Chiles: Von der Patria Vieja zur Republik

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Patria Vieja (1810–1814)

Die erste nationale Regierung begann mit der Schlacht von Rancagua (12. Oktober 1814), in der königliche Truppen die patriotische Armee besiegten.

  • Erste nationale Regierung: Einführung des freien Handels mit Spanien verbündeten Staaten, Aufbau neuer Militärkorps, Abschaffung der Audienz und Einberufung eines Nationalkongresses.
  • Nationalkongress (1811): Deklaration der Freiheit der Kinder von Sklaven (Freiheit der Bäuche).
  • Regierung José Miguel Carrera (1811–1813): Herausgabe der Zeitung Aurora de Chile, Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu den USA und Einführung erster patriotischer Symbole sowie der Verfassung von 1812.
  • Regierung Junta (1813): Gründung der Nationalbibliothek und Einführung der Pressefreiheit (Monitor Araucano).

Reconquista (1814–1817)

Diese Phase endete mit der Schlacht von Chacabuco am 12. Februar 1817, die es der Armee der Anden unter O'Higgins und San Martín ermöglichte, die Regierung in Santiago zurückzuerobern.

  • Rückkehr von Ferdinand VII. auf den Thron und Wiederherstellung der spanischen Macht.
  • Starke Unterdrückung anti-spanischer Stimmungen unter Mariano Osorio und Casimiro Marco del Pont.
  • Maßnahmen: Gründung des Talavera-Bataillons, Enteignungen, Exil auf der Juan-Fernández-Insel, Wiedereinführung der Sklaverei und Verbot von Festlichkeiten.

Die neue Nation (1817–1823)

Nach dem Sieg bei Chacabuco und dem Rücktritt von O'Higgins übernahmen die Kreolen wieder die politische Führung.

Ursachen der Unabhängigkeit

  • Soziale Struktur: Ein stark hierarchisierter Landadel mit großen Haciendas.
  • Wirtschaft: Die bourbonischen Reformen im 18. Jahrhundert stärkten die administrative Kontrolle, förderten aber auch das kommerzielle Potenzial Chiles.
  • Politische Krise: Die Gefangennahme des spanischen Königs im Jahr 1808 löste eine politische Krise aus.
  • Wirtschaftliche Interessen der Kreolen: Inflation durch Handelsreformen, Abhängigkeit von Importen und erhöhte Steuerlasten.

Herausforderungen und Experimente

Die kreolische Gesellschaft strebte nach Selbstverwaltung, beeinflusst durch die Ideen der Aufklärung.

Barrieren der Staatsorganisation

  1. Mangel an politischer Erfahrung: Fehlende Räume für Kreolen zur Ausübung politischer Macht und häufige Regierungswechsel durch militärische Gewalt.
  2. Wirtschaftsfaktor: Hohe Kosten durch Unabhängigkeitskriege, Zerstörung von Privatvermögen und politische Instabilität.
  3. Grenzstreitigkeiten: Unklare territoriale Grenzen und hohe Auslandsschulden.

Politische Gruppierungen

  • Pipiolos: Liberale, forderten die Abschaffung von Monopolen und Säkularismus.
  • Föderalisten: Verbündete der Pipiolos, orientierten sich am US-System.
  • Pelucones: Konservative, setzten auf Stabilität, hierarchische Ordnung und den Einfluss der Kirche.
  • Estanqueros: Kaufleute um Diego Portales, forderten eine starke Exekutive.

Verfassungen und autoritäre Ordnung

Nach verschiedenen Verfassungsversuchen (1823, 1826, 1828) und der Schlacht von Lircay (1827) etablierte sich unter Portales eine autoritäre Ordnung.

  • Verfassung von 1833: Etablierung eines autoritären Regimes zur Sicherung der Ordnung.
  • Soziale Struktur: Beibehaltung der hierarchischen Gesellschaft; das Wahlrecht basierte auf Zensus (Eigentumsnachweis).
  • Rolle der Frau: Die Frau blieb auf den häuslichen Bereich beschränkt.

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