Unified Modeling Language (UML): Grundlagen und Geschichte

Eingeordnet in Informatik

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 2,52 KB

Was ist die Unified Modeling Language (UML)?

Die Unified Modeling Language (UML) ist eine Modellierungssprache der dritten Generation. Sie ist keine strikte Entwicklungsmethode, die vorschreibt, wie ein System exakt zu entwerfen ist. Vielmehr unterstützt sie Entwickler dabei, Designentscheidungen zu visualisieren und die Kommunikation zwischen Objekten zu verbessern.

Die UML ermöglicht es Entwicklern, ihre Arbeitsergebnisse standardisiert darzustellen. Sie bietet neben einer grafischen Notation auch eine semantische Bedeutung. Obwohl sie prozessunabhängig ist, wurde der Rational Unified Process speziell für die Verwendung mit der UML entwickelt.

Modelle vs. Diagramme

Es ist wichtig, zwischen einem Modell und einem UML-Diagramm zu unterscheiden. Ein Diagramm ist lediglich eine grafische Darstellung von Informationen, während das Modell unabhängig davon existieren kann. Der XMI-Standard (XML Metadata Interchange) ermöglicht den Austausch von Modellen, jedoch nicht von Diagrammen.

Diagramme dienen als Mittel zur Visualisierung der UML-Bausteine. Sie erlauben es, ein System aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

Flexibilität und Erweiterbarkeit

Obwohl die UML eine präzise Sprache definiert, ist sie offen für zukünftige Verbesserungen. Viele fortschrittliche Modellierungstechniken nutzen die UML als Grundlage, ohne dass deren interne Struktur verändert werden muss. Sie bildet das Fundament für zahlreiche Entwicklungs-Tools, wie etwa für visuelle Modellierung, Simulation und integrierte Entwicklungsumgebungen.

Geschichte der UML

Die UML entstand aus der Zusammenführung bewährter Engineering-Methoden für komplexe Systeme. Sie vereint die Konzepte von:

  • Booch
  • OMT (Rumbaugh)
  • OOSE (Jacobson)

Diese drei Forscher sind als die „drei Amigos“ bekannt. Die Entwicklung begann im Oktober 1994 bei Rational. Nach der Zusammenführung der Methoden Booch und OMT wurde 1995 die Version 0.8 veröffentlicht. Mit dem Beitritt von Ivar Jacobson und der Integration von OOSE entstand im Juni 1996 die Version 0.9.

Im Jahr 1997 wurde die UML schließlich von der Object Management Group (OMG) als Industriestandard angenommen. Die UML ist heute die visuelle Standardsprache für die Modellierung objektorientierter Systeme und dient dazu, die Konzepte des objektorientierten Paradigmas grafisch darzustellen.

Verwandte Einträge: