Unternehmensentwicklung und Industrialisierung 1870–1940
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Merkmale traditioneller Unternehmen
Während der Konsolidierungsphase der Industriellen Revolution wurden traditionelle Unternehmen von ihren Besitzern oder Partnern geführt, die auf Management spezialisiert waren. Typische Merkmale waren:
- Fehlende Aufgabentrennung zwischen den Abteilungen
- Traditionelle Finanzierungsmechanismen
- Anwendung der doppelten Buchführung
Wirtschaftliche Auswirkungen von Eisenbahn und Telekommunikation
Die Entwicklung der Eisenbahn und Telekommunikation hatte weitreichende wirtschaftliche Folgen:
- Schnelle und regelmäßige Kommunikation: Unterstützung von Industrie- und Handelskammern.
- Kostensenkung: Reduzierung der Transport- und Vermarktungskosten.
- Marktintegration: Schaffung sicherer, integrierter Märkte, die zum Einkommenswachstum der jeweiligen Länder beitrugen.
Unternehmenskonzentration (1870–1940)
Zwischen 1870 und 1940 organisierten sich große Unternehmen durch Integration und Konzentration:
Vertikale Integration
Die Zusammenführung verschiedener Tätigkeiten innerhalb eines Unternehmens (vorwärts und rückwärts): von der Gewinnung der Rohstoffe über die Fertigung von Komponenten bis hin zu Montage, Vertrieb und Vermarktung.
Horizontale Integration
Der Zusammenschluss von Unternehmen in einem bestimmten Industriebereich (z. B. Bergbau, Stahl, Chemie, Textilien). Dies erfolgte in Form von Kartellen, Trusts, Holdinggesellschaften und Fusionen mit steigendem Grad an Zusammenhalt.
Unternehmenskonzentration in Deutschland (1870–1940)
Die deutsche Strategie basierte auf einer Kombination aus Kooperation und Wettbewerb:
- Dual-Market-Strategie: Zusammenarbeit auf dem Binnenmarkt bei gleichzeitigem Wettbewerb auf internationalen Märkten.
- Produktionssystem: Fokus auf flexible Produktion (mittlere bis hohe Qualität, Batch-Produktion) statt reiner Normung.
- Wachstumsfaktoren: Investitionspolitik, technologische Vorteile und ein solides System zur Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte.
- Staatliche Unterstützung: Kartellbildung wurde durch staatliche Gebührenordnungen gestützt, um Preise und Marktanteile zu sichern.
- Konzernbildung: Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelten sich IG-Interessenverbände und Konsortien, die ab 1925 durch Fusionen und organisatorische Veränderungen die Kontrolle über viele Portfolios übernahmen.
Faktoren der Spezialisierung in der Schifffahrt
Die Spezialisierung im Schifffahrtssektor wurde durch folgende Faktoren vorangetrieben:
- Vergrößerung des Marktes
- Technologische Veränderungen (Dampfschifffahrt)
- Erhöhte Kapitalanforderungen
- Externe Skalenerträge (Brokerage, Versicherungen, Versand)
- Bereitstellung öffentlicher Güter (Informationen über Verkehr und Schiffe)