Unternehmensstandort und Unternehmensgröße: Strategien
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1. Standortwahl und Unternehmenskonzepte
Die Wahl des Standorts ist eine strategische Entscheidung für eine produktive und langfristige Unternehmensentwicklung. Ziel ist die Kostenminimierung bei gleichzeitiger Gewinnmaximierung.
Zentralisierung vs. Dezentralisierung
- Zentralisierung: Konzentration aller Aktivitäten an einem Ort.
- Dezentralisierung: Aufteilung auf verschiedene Einheiten.
- Arten der Dezentrierung:
- Horizontal: Mehrere Anlagen für den gleichen Produktionsprozess.
- Vertikal: Jedes Gebäude ist auf einen spezifischen Prozessschritt spezialisiert.
Faktoren der Industriestandortwahl
- Verfügbarkeit und Kosten von Industrieflächen.
- Zugang zur Rohstoffversorgung.
- Verfügbarkeit von Arbeitskräften.
- Existenz von Zulieferindustrien.
- Verkehrsinfrastruktur.
- Entfernung zwischen Herkunftszentren und Absatzmärkten.
- Beachtung behördlicher Vorschriften.
Faktoren der Wirtschaftsstandortwahl
Wichtige Kriterien sind der Aktionsradius und der Schwellenwert:
- Kaufkraft der Bevölkerung und Bevölkerungsdichte.
- Lokale Sichtbarkeit und Erreichbarkeit.
- Parkmöglichkeiten und Kommunikationswege.
- Existenz ergänzender Tätigkeiten.
- Sicherheit und Image des Einkaufsviertels.
- Stadterweiterungstrends und Tourismuspräsenz.
Das Nelson-Modell
Ein Modell zur Standortbewertung anhand qualitativer und quantitativer Faktoren:
- Potenzieller kommerzieller Bereich: z. B. Bankdichte.
- Erreichbarkeit: Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.
- Wachstumspotenzial: Trends der Landnutzung.
- Wettbewerbshindernisse: Konkurrenzdichte.
- Agglomerationseffekte: Anziehungskraft durch benachbarte Unternehmen.
- Risikoanalyse: Wettbewerbssysteme (z. B. 1,5 km Umkreis).
- Lokale Wirtschaft: Analyse der Ertragsmöglichkeiten.
2. Unternehmensdimension und Klassifizierung
Unternehmen werden nach ihrer Größe in klein, mittel oder groß eingeteilt. Gängige Kriterien sind Mitarbeiterzahl, Umsatz und Bilanzsumme.
Methoden der Klassifizierung
- Gesetzliche Prüfung: z. B. 50 Mitarbeiter, 5,7 Mio. Umsatz, 2,85 Mio. Bilanzsumme.
- Multi-Wert-Verfahren: Kombination verschiedener Kriterien mit Gewichtung.
- Qualitative Kriterien: Fokus auf Marktanteil, Unabhängigkeit der Führung und externe Kontrolle.
3. Unternehmensgröße und Rentabilität
Die klassische Theorie postuliert eine optimale Größe zur Minimierung der Stückkosten. Robinson identifiziert vier Vorteile durch Skaleneffekte:
- Technische Faktoren: Arbeitsteilung und Prozessintegration.
- Finanzielle Vorteile: Besserer Zugang zu Kapital.
- Kommerzielle Vorteile: Skaleneffekte bei Werbung und Vertrieb.
- Management: Dezentralisierung von Führungsaufgaben.
- Risikomanagement: Höhere Diversifikation.
Hinweis: Gibrats Gesetz des proportionalen Effekts besagt, dass das Wachstum von zufälligen Faktoren beeinflusst wird; empirische Belege sind jedoch uneinheitlich.
4. Strategien des Unternehmenswachstums
- Internes Wachstum: Erhöhung der Produktionskapazität.
- Externes Wachstum: Übernahmen, Fusionen und Kooperationen.
- Wachstumsstrategien:
- Marktdurchdringung: Ausbau bestehender Potenziale.
- Expansion: Erschließung neuer Märkte.
- Diversifizierung: Neue Märkte und neue Produkte.
- Innovation & Umweltstrategien.