Ursachen und Klassifikation psychischer Störungen
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Ursachen psychischer Störungen
Die Entstehung psychischer Störungen wird durch verschiedene theoretische Ansätze erklärt:
- Psychoanalyse: Psychische Störungen entstehen durch unbewusste Konflikte, die häufig auf Traumata in der Kindheit zurückzuführen sind.
- Behaviorismus und kognitive Psychologie: Krankheiten werden als erlernte unangemessene Verhaltensweisen oder Fehlinterpretationen verstanden.
- Biologische Theorien: Diese betonen genetische und hormonelle Faktoren sowie mögliche Schäden am Nervensystem.
- Integrative Theorien: Ansätze wie die Diathese-Stress-Theorie kombinieren verschiedene Faktoren, während die Systemtheorie psychische Störungen in den Kontext eines umfassenderen Lebensstils stellt.
Klassifikation psychischer Störungen
Stimmungsstörungen
Diese Störungen sind durch eine Stagnation im emotionalen Spektrum gekennzeichnet:
- Depression: Gefühle von tiefer Traurigkeit.
- Manie: Zustand der Euphorie, große Redseligkeit und extreme Aktivität.
- Bipolare Störungen: Wechsel zwischen depressiven und manischen Episoden, oft beeinflusst durch biologische und soziale Faktoren.
Angst- und somatoforme Störungen
- Angststörungen: Gekennzeichnet durch übertriebene oder unmotivierte Angstreaktionen. Spezifische Phobien (z. B. Agoraphobie) sind irrationale Ängste vor bestimmten Situationen.
- Somatoforme Störungen: Körperliche Symptome treten ohne organische Ursache auf (z. B. Konversionsstörung/Hysterie, Lähmungen, Blindheit oder Somatisierung wie Schwindel und Schmerzen).
Dissoziative Störungen
Dissoziation bedeutet Trennung. Ein Teil der Persönlichkeit distanziert sich vom Rest:
- Multiple Persönlichkeitsstörung: Ein extremer Abwehrmechanismus.
- Entpersönlichung: Das Phänomen, sich selbst von außen zu betrachten.
- Dissoziative Amnesie und Fugue: Das Vergessen traumatischer Episoden oder der eigenen Identität.
Persönlichkeitsstörungen
- Schizoide Persönlichkeit: Mangel an Lust oder Unfähigkeit zu sozialen Beziehungen.
- Paranoide Persönlichkeit: Gekennzeichnet durch Misstrauen und die Interpretation der Absichten anderer als bösartig.
- Abhängige Persönlichkeit: Unfähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen; geringe persönliche Autonomie.
- Vermeidende Persönlichkeit: Ähnlich der schizoiden Persönlichkeit, jedoch besteht der Wunsch nach sozialen Kontakten, der durch Schüchternheit und Angst vor Ablehnung verhindert wird.
- Narzisstische Persönlichkeitsstörung: Übersteigertes Selbstbild, Fantasien von Erfolg, arrogantes Verhalten und Mangel an Empathie.
- Borderline-Persönlichkeit: Impulsivität, Instabilität und eine starke Tendenz zur Selbstzerstörung.
- Antisoziale Persönlichkeitsstörung (Psychopathie/Soziopathie): Manipulation, Betrug und Ausbeutung anderer ohne Schuldgefühle.