Ursachen und Organisation des Imperialismus
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Ursachen des Imperialismus
- Ökonomische Motivation: Europäische Länder suchten neue Märkte und Rohstoffe zu wettbewerbsfähigen Preisen. Zudem bestand das Ziel, Kapital in Regionen mit billigen Arbeitskräften zu investieren, um höhere Gewinne zu erzielen.
- Demografische Faktoren: Das starke Bevölkerungswachstum im 19. Jahrhundert führte in Europa zu Überbevölkerung und sozialen Spannungen. Die Kolonialpolitik bot die Möglichkeit zur Auswanderung.
- Politische Faktoren: Nach der Stabilisierung der europäischen Grenzen traten die Großmächte in einen militärischen und politischen Wettbewerb um die Kontrolle geographischer Gebiete.
- Ideologische Faktoren: Konservativer Nationalismus und die Überzeugung von der Überlegenheit einiger Nationen führten zu Rassismus und dem Anspruch, anderen Völkern den eigenen Willen aufzuzwingen.
Organisation der Kolonialzeit
Kolonien wurden von der jeweiligen Metropole verwaltet und gesteuert. Man unterschied drei Hauptformen:
- Ausbeutungskolonien: Dienten primär der wirtschaftlichen Ausbeutung ohne Selbstverwaltung. Europäische Beamte, Gouverneure und Militärs kontrollierten die indigene Bevölkerung. Siedler eigneten sich Land für Plantagen an oder beuteten Gold- und Diamantenvorkommen mit billigen Arbeitskräften aus.
- Siedlungskolonien: Hier ließen sich europäische Siedler dauerhaft nieder. Die Metropole gewährte ihnen eine gewisse Autonomie in der inneren Verwaltung (z. B. die Dominions im Britischen Empire).
- Protektorate: Die einheimische Regierung und der administrative Apparat blieben formal bestehen, wurden jedoch von einer parallelen, durch die Metropole dominierten Regierung kontrolliert.
Die Aufteilung der Welt im 19. Jahrhundert
Afrika
Ab 1870 erfolgte eine schnelle und nahezu totale Beherrschung des Kontinents, mit Ausnahme von Liberia und Abessinien. Großbritannien und Frankreich nutzten ihre bestehenden Stützpunkte. Um Interessengegensätze zwischen den rivalisierenden Mächten zu schlichten, legte die Berliner Konferenz (1885) Regeln für die Besetzung der Gebiete fest.
Asien
Westeuropäische Mächte drängten auf den asiatischen Markt. Sie erzwangen die Öffnung des Handels und die Ausbeutung lokaler Reichtümer, was zu ausländischer Einmischung und sozialen Unruhen führte.
Das Britische Empire
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Großbritannien das größte Kolonialreich der Welt, mit Gebieten von Indien bis Afrika.