Die Ursprünge der westlichen Philosophie: Mythos und Logos
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Die Ursprünge der westlichen Philosophie
Historische und kulturelle Hintergründe
Die Philosophie entstand in Griechenland im 6. Jahrhundert v. Chr. Die Menschen begannen, sich der Suche nach einer rationalen Erklärung der Wirklichkeit zu widmen. Dabei wurde der Mythos (eine symbolische oder allegorische Erzählung über den Ursprung des Kosmos durch Götter und Menschen) allmählich durch den Logos (den vernunftgeleiteten Diskurs über die Natur und die Menschheit) ersetzt.
Vor dem 6. Jahrhundert v. Chr. war die griechische Gesellschaft aristokratisch geprägt. Das Fehlen starrer religiöser Elemente, wie etwa heiliger Bücher, begünstigte die Entwicklung des rationalen Denkens.
Die Bildung war für die geistige Entwicklung des griechischen Menschen von zentraler Bedeutung, wobei der Weise (Sophos) die zentrale Figur darstellte.
Ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. wandelte sich die griechische Gesellschaft: Der Handel entwickelte sich, die Währung verbreitete sich und neue Kulturen, Religionen sowie Gedanken hielten Einzug. In der Stadt (Polis) entstand die Demokratie mit sozialer Gleichheit vor dem Gesetz (Nomos) und Gerechtigkeit, was die Vorherrschaft der Aristokratie ablöste. Dies ermöglichte im 5. Jahrhundert v. Chr. in Athen den Durchbruch des rationalen Denkens.
Vergleich der Denkformen
In Bezug auf die beiden Formen des Denkens lassen sich folgende Eigenschaften festhalten:
- Im mythischen oder symbolischen Denken hängen die Ereignisse der Natur und das Schicksal der Menschen vom Willen der Götter ab (Anthropomorphismus und Vergöttlichung). Da diesen Phänomenen ein willkürlicher Charakter zugeschrieben wird, ist eine wissenschaftliche Erfassung unmöglich. Diese Art des Denkens basiert ausschließlich auf einer subjektiven und emotionalen Interpretation der Realität.
- Im rationalen oder logischen Denken wird nach notwendigen, objektiven und klaren Gesetzen für Naturphänomene gesucht. Ziel ist es, den Ursprung des Universums (Arché) zu erklären, der als beständiges und einzigartiges Prinzip hinter den Erscheinungen steht. Auf diese Weise wird die Entstehung des Universums rational begründet und verständlich gemacht.