Utilitarismus nach Bernard Williams und John Stuart Mill

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Utilitarismus nach Bernard Williams

Bernard Williams, der dem Utilitarismus eher kritisch gegenübersteht, beschreibt in seiner Kleinen Einführung in die Ethik (S. 95–110), dass der Utilitarismus als ethische Denkschule vier wesentliche Eigenschaften aufweist.

1. Handlungsutilitarismus

Beim Handlungsutilitarismus bewerten wir jede Handlung anhand einer Berechnung, bei der wir vor jedem Ereignis oder Umstand prüfen, welches Verhalten unser Glück oder Vergnügen maximiert – ganz ohne a priori Regeln. Jede Handlung hat Konsequenzen, und diese erlauben es uns, ihren Wert zu beurteilen. Der Handlungsutilitarismus geht maßgeblich auf Jeremy Bentham zurück.

2. Regelutilitarismus

Der Regelutilitarismus versucht, Kriterien zu verallgemeinern, basierend auf dem utilitaristischen Standard: „Das größte Glück der größten Zahl“. Das Gute oder Böse kann hier nicht anhand spezifischer Einzelmaßnahmen beurteilt werden, sondern anhand der globalen Folgen einer Regel, die universell gelten muss.

Utilitarismus und Menschenwürde bei John Stuart Mill

Für Mill bildet der Utilitarismus das Fundament der menschlichen Würde:

  • Selbstbestimmung: Dies bedeutet die Kapazität für Wachstum, die Fähigkeit zu lernen und somit unsere Meinungen zu ändern.
  • Individualität: Wenn der Druck der Gesellschaft (insbesondere der Mittelschicht) auf den Einzelnen zu stark wird, entsteht ein Zwang, der die Freiheit untergräbt.
  • Glück als soziale Wohltat: Glück kann nur dann vollkommen sein, wenn man von Menschen umgeben ist, die ebenfalls glücklich leben. Wie John Donne sagte: „Kein Mensch ist eine Insel.“
  • Zufriedenheit vs. Glück: Zufriedenheit ist ein rein persönlicher Genuss ohne moralische Tiefe. Sie besteht im bloßen „Gut-Sein“, nicht im „Gut-Leben“, und betrifft Individuen, die noch keine moralische Autonomie erlangt haben. Man kann in seinem Unglück zufrieden sein, aber nicht glücklich.

Der Freiheitsbegriff bei John Stuart Mill

Mill unterscheidet zwei Formen der Freiheit:

1. Positive Freiheit

Sie wird verstanden als die Fähigkeit zur Durchführung einer bestimmten Handlung oder, einfacher ausgedrückt, das zu tun, was wir wollen. Positive Freiheit bezieht sich auf das innere Potenzial des Menschen und das Ideal der Selbstbeherrschung.

2. Negative Freiheit

Dies ist der Begriff der Freiheit als Abwesenheit von Störungen in einem Bereich, in dem jeder Einzelne unumschränkter Herr über sich selbst ist und der Staat dies respektieren muss. Negative Freiheit ist ein moralisches Gebot, das einen privaten Raum schützt. Für Mill ist dies auch ein Recht auf Privatsphäre.

Als Liberaler glaubt Mill, dass der Mensch ein Wesen ist, das sowohl „extern“ (interessiert an öffentlichen Angelegenheiten) als auch „intern“ (Meister seiner selbst) agiert. Als Rationalist betrachtet er den Utilitarismus als eine Form des Humanismus.

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