Utilitarismus und Ethik: Eine Analyse von Bentham, Mill und Bürgerrechten
Eingeordnet in Philosophie und Ethik
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 4 KB
Utilitarismus: Sozialer Hedonismus und Glücksmaximierung
Der Utilitarismus entstand in der angelsächsischen Welt der Neuzeit und wird als sozialer Hedonismus betrachtet. Sein moralisches Ziel ist es, das größte Glück für die größtmögliche Anzahl von Lebewesen zu erreichen.
Benthams Arithmetischer Ansatz
Jeremy Bentham führte eine arithmetische Methode der Freuden ein, die auf zwei Annahmen beruhte:
- Die Freude ist messbar.
- Die Freuden verschiedener Individuen können verglichen werden, um ein maximales Gesamtglück zu erzielen.
Mills Qualitative Unterscheidung
Später lehnte Mill diese Sichtweise ab und behauptete, dass Freuden sich nicht nur in der Quantität, sondern auch in der Qualität unterscheiden, weshalb es höhere und niedrigere Freuden gibt. Mills Utilitarismus wird als idealistisch beschrieben, da er anerkennt, dass die elenden Bedingungen unserer Welt dazu führen können, dass ein Mensch sein eigenes Glück für das Gemeinwohl opfern muss.
Moderne Unterscheidungen im Utilitarismus
In jüngster Zeit hat der Utilitarismus wichtige Unterscheidungen hervorgebracht:
- Handlungsutilitarismus (Act Utilitarianism): Erfordert die Bewertung des moralischen Werts jeder einzelnen Handlung anhand ihrer Konsequenzen.
- Regelutilitarismus (Rule Utilitarianism): Erfordert die Prüfung, ob die Regeln, denen eine Handlung unterliegt, im Hinblick auf die Konsequenzen moralisch gut sind.
Grundlagen der Ethik: Glück vs. Gerechtigkeit
Ethik des Glücks (Teleologisch und Relativ)
Diese Ethik ist materialistisch, teleologisch und relativ. Ihre Forderungen sind hypothetisch.
- Material: Beurteilt den Inhalt einer Maßnahme oder was sie mir vorschreibt zu tun.
- Teleologisch: Eine Handlung wird nach dem Zweck beurteilt, für den sie ausgeführt wird. Es wird angenommen, dass es ein höchstes, wertvolles Endziel gibt.
- Relativ: Definiert nicht absolut, was gut oder schlecht ist, sondern verlässt sich auf die Konsequenzen, die ein Ereignis erzeugt.
- Hypothetische Imperative: Die Forderungen sind abhängig von einem bestimmten Ende.
Ethik der Gerechtigkeit (Formal und Universal)
Diese Ethik ist formal, deontologisch und universal. Sie basiert auf kategorischen Imperativen.
- Formal: Die Güte oder Schlechtigkeit einer Handlung hängt nicht von ihrem Inhalt ab, sondern von ihrer Form.
- Deontologisch (Ethik): Stellt fest, dass eine Handlung an sich gut oder schlecht ist, unabhängig von ihren Folgen.
- Universal: Geht davon aus, dass es absolut möglich ist, moralische Güte oder Böses zu definieren.
- Kategorische Imperative: Sind unbedingt und gelten ohne Bezugnahme auf ein bestimmtes Ende.
Die Bürgerschaft im alten Griechenland und Rom
Historische Entwicklung des Bürgerbegriffs
Der Begriff leitet sich vom lateinischen civis (Bürger) ab. Im römischen Recht war der Begriff civis bestimmten Mitgliedern der Gemeinschaft vorbehalten, die bestimmte Voraussetzungen erfüllten. Der Rest der Bevölkerung wurde nicht als Bürger anerkannt und genoss weniger Rechte.
Bürgerrolle in der Antike
Im klassischen Griechenland bezog sich die Politik langfristig auf die Bürger. In einigen griechischen Städten übernahmen die Bürger jedoch eine führende Rolle, da sie durch die Demokratie aktiv an der Regierung der polis teilnehmen konnten.
Sowohl in Griechenland als auch in Rom war der Bürger jemand, dem Pflichten auferlegt und der durch einen Korpus von Rechten anerkannt wurde. Besonders betont wurde die Pflicht, die Stadt bei Bedarf mit Waffen zu verteidigen.