Valle-Inclán: Luces de Bohemia und die Theorie des Esperpento
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Valle-Inclán: Luces de Bohemia und das Esperpento
Luces de Bohemia: Das Werk von Valle-Inclán stellt einen Weg der ständigen Erneuerung dar, sowohl in formaler als auch in thematischer Hinsicht, wie der Autor des Szenarios verwies. Seine frühesten Werke sind Teil der Moderne (Modernismo). Es sind idealisierte Kreationen mit realistischen Zügen, wie etwa der Marquis de Bradomín. Er schrieb auch den mythischen Zyklus; dies sind Dramen, die eine archaische Gesellschaft präsentieren. Im Rahmen dieses Zyklus stehen Göttliche Worte (Divinas Palabras) und Barbarische Komödien.
Die Entwicklung zum Grotesken
Valle schrieb auch Komödien mit Charakteren aus der Welt der Farándula, in denen die Königin Isabella II. im Mittelpunkt steht. Zweifellos ist eines seiner wichtigsten Konzepte das Groteske (Esperpento), das sich auf die Verzerrung der Charaktere und auf Stock-Situationen stützt, um seine Zeit anzuprangern. Die formalen Merkmale des Grotesken sind der Einsatz von Kontrastmitteln, der Reichtum der Sprache, literarische Randbemerkungen sowie eine Vielzahl von Charakteren. Hinzu kommen ständige Veränderungen in Raum und Zeit, die typisch für das nächtliche Ambiente Madrids sind, die Verzerrung der Realität, Satire und Ironie.
Wichtige Romane und Tragödien
Zu den wichtigsten Romanen gehören Tirano Banderas (Tyrann Banderas) oder El Ruedo Ibérico (Der iberische Ring) sowie seine Martes de Carnaval (Fastnacht der Kentauren) und die Tragödie Luces de Bohemia (Glanz der Bohème). Das Stück erzählt vom Abstieg eines blinden Dichters, Max Estrella, in die Madrider Unterwelt (los infiernos), während er in einer prekären Situation lebt. Valle-Inclán wurde für diesen Charakter durch Alejandro Sawa inspiriert.
Struktur und Aufbau des Werkes
Die Arbeit besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil umfasst die ersten zwölf Szenen, in denen der Protagonist durch Madrid reist, bunte Charaktere trifft und schließlich stirbt. Die letzten drei Szenen erzählen von der Totenwache sowie dem Selbstmord seiner Frau und seiner Tochter. Es ist ein Rundbau, wobei der Hinweis auf den Selbstmord am Ende und am Beginn eine symmetrische Einheit bildet und die Dispersion der Szenen durch die Wiederholung von Motiven und Charakteren zusammenhält.
Charaktere und gesellschaftliche Kritik
Das Werk verfügt über mehr als 50 Charaktere. Es sind tragische Figuren und Antagonisten, die oft lächerlich und grotesk wirken. Ein Beispiel wäre der Tod von Max oder das Ende des Spiels mit den Worten eines Betrunkenen. Nur der Gefangene und die Mutter des toten Kindes werden davon ausgenommen. Andere sind nicht in der Lage, ihre Umgebung zu verstehen. Die Arbeit ist daher ein Aufschrei des Protests und eine Beschwerde gegen die Gesellschaft.
Max Estrella und Don Latino
Zu den Höhepunkten zählt der Charakter Max Estrella, ein herrlich komplexes Wesen, das Humor und Beschwerde miteinander vermischt. Er zeigt sich wütend auf die Gesellschaft und zart gegenüber den Benachteiligten. In der übrigen Besetzung sticht Don Latino de Hispalis hervor, ein Charakter, der animalisiert dargestellt wird. Die Gruppen sind in der Arbeit ebenfalls wichtig; sie sind Karikaturen der Bourgeoisie, der politischen Polizei, pedantischer Charaktere oder eine Parodie der Totengräber aus Hamlet. Die Zeichen erscheinen auch in Zärtlichkeit, wie bei Die Polka, und als Kontrapunkt zum Grotesken erscheinen Ruben Dario und Bradomín.
Sprachliche Deformation und Realität
Valle verformt verschiedene Aspekte der spanischen Gesellschaft und übt Kritik an der imperialen Vergangenheit sowie der politischen Misswirtschaft. Die große Entdeckung ist Valles Deformation der Idiome mit einer großen Anzahl von Registern, wie Neologismen, Galicismen und anspruchsvoller Sprache. Dies ist auf der Ebene der Gitanismos (Sinti und Roma) und der Stimmen der Straße zu sehen. Die Dimensionen, die die Charaktere kennzeichnen, haben großen literarischen Wert.
Raum, Zeit und literarischer Bruch
Bemerkenswert ist die Behandlung von Raum und Zeit. Die Handlung ist linear und einfach, jedoch so verdichtet, dass sie innerhalb von 24 Stunden spielt. Zudem werden Charaktere gemischt, die nebeneinander existierten, da die Handlung im Jahre 1920 spielt. Es ist keine konventionelle Arbeit; sie zeigt die Schwierigkeiten, die in der Präsentation zu sehen waren. Das Esperpento ist ein Bruch mit der Tradition.