Vallejo: Entwicklung des spanischen Nachkriegstheaters

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Vallejo und die Entwicklung des spanischen Nachkriegstheaters

Vallejo: Das Werk veranschaulicht die Entwicklung der spanischen Nachkriegszeit im Theater. Anfangs hat es einen stark existenziellen Charakter; am Ende der 50er Jahre und während der 60er Jahre erhält das Theater mehr Gewicht auf soziale und politische Aspekte. In den 70er Jahren driftet es in experimentelle Kanäle und in Richtung des Humor des Theaters. In der Nachkriegszeit vorherrschende Steuerhinterziehung (originaler Textbegriff) beeinflusst die Wahl der Themen; häufig wählt man die Tragödie als zentrales Thema.

Motivik und Ausdruck

Der Ausdruck in seinen Werken ist oft vom Wunsch nach libertad geprägt. Die von ihm geschaffenen Figuren versuchen, nachteilige Situationen zu überwinden — sowohl soziale und politische als auch persönliche Konflikte. Der persönliche Charakter der Figuren ist dabei oft deutlich ausgeprägt.

Die Stiftung: Struktur und Thema

Die Stiftung (als Stück) ist in ihrer Struktur wie ein Märchen in zwei Teilen angelegt; sie behandelt das Problem zwischen Realität und Fiktion. Jeder Teil hat je zwei Szenen:

  • Teil 1: Szene 1 und 2 — Vorstellung des Verhaltens, wenige Aufnahmen; die Figuren scheinen absurd, passen nicht in den Raum, die Landschaft wirkt beklemmend. Es ist bekannt, dass die Platzverhältnisse bestimmend werden.
  • Teil 2: Szene 1 und 2 — Man versteht, dass wir uns in einem Gefängnis und nicht in einer gewöhnlichen habitación befinden; dies führt zu einer entfremdeten Vision der Wirklichkeit.

Die Hauptfigur konnte dem Druck nicht widerstehen und verrät seine Kameraden; als Gefangener entscheidet er sich für die verdad. Er glaubt an eine Welt ohne Schmerzen (creer), doch die Realität, die uns auferlegt wird, ist die Angst vor Tod und Verlust, nicht die versprochene libertad. Dennoch träumen die Figuren, und sie halten die Augen offen für szenische lluxar gegen die enajenaciones (Entfremdungen).

Techniken und Bühnenästhetik

Técnicas (Techniken):

  • Abmessungen: Beschreibt Gesten und Haltungen; notwendige Objektivität wird zugunsten des expressiven Spiels verzichtet.
  • Punts d-Auge: (Blickpunkte) Das Publikum sieht Szenen teilweise objektiv, teilweise aus der ersten Person; das ganze szenische Universum wird so erfahrbar.
  • In medias res: Die Handlung beginnt mitten in der Chronologie und zwingt das Publikum, sich sofort einzufinden.
  • Raum-Zeit-Manipulation: Die Erzählstruktur manipuliert Raum und Zeit; der Autor bestimmt den Zugriff der Leser/Zuschauer auf die Handlung und bevorzugt manchmal eine andere Realität für sein Publikum.
  • Immersions-Effekte: Gesten und Figuren (z. B. Berta) wirken wie Halluzinationen und verstärken das Eintauchen in die Welt des Stücks.

Die Stiftung stellt die Gesellschaft und die Welt, denen der Autor Personen unterwirft, dar. Es geht um die Tragödie der Unentschlossenheit und des Daseins (existencia). Der Leser bzw. Zuschauer erfährt nicht immer, ob gehandelt, getrunken oder gelogen wird; manchmal bleibt unklar, ob Figuren ausgeführt werden oder entkommen werden (escaparan).

Kontraste und Perspektivismus

Kontrast: Wirklichkeit / Fiktion. Es geht um Perspektivismus und verschiedene Wege, die Realität zu sehen. Am Ende stehen Fragen nach Wahrheit, Freiheit und subjektiver Wahrnehmung.

Schlussbemerkung

Vallejos Werk ist ein komplexes Geflecht aus existenziellen, sozialen und politischen Themen, kombiniert mit experimentellen Theatertechniken. Es fordert das Publikum heraus, zwischen Wahrheit (verdad), Glaube (creer) und dem Wunsch nach libertad zu unterscheiden.

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