Verbraucherpreisindex (VPI) und Inflationsarten erklärt

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Der Verbraucherpreisindex (VPI)

Der VPI (Verbraucherpreisindex) misst die durchschnittliche Veränderung der Preise aller Waren und Dienstleistungen, die von Verbrauchern in einem Land gekauft werden. Er wird durch Befragungen ermittelt. Er ist ein Indikator für den Verlust der Kaufkraft des Geldes, d. h. für den Bedarf an mehr Geld, um das Konsumniveau trotz steigender Preise beizubehalten. Deshalb ist dieser Indikator sehr verbreitet.

Der VPI wird als gewichtetes arithmetisches Mittel der Preise der einzelnen Warengruppen berechnet, die den „Warenkorb“ aus der Haushaltsbudgeterhebung bilden.

Entscheidend ist die Wachstumsrate des Index zwischen zwei oder mehr Zeitpunkten. Um die Inflation zu messen, sind wir weniger am Preisindex selbst interessiert, sondern vielmehr an der Veränderungsrate dieses Index.

Probleme des VPI

  • Er ist ein begrenzter Indikator zur Messung der Gesamtinflation einer Wirtschaft, da er nur auf einer Stichprobe von Konsumgütern basiert.
  • Im Laufe der Zeit kann der VPI als Indikator für Veränderungen der Kaufkraft des Einkommens an Gültigkeit verlieren. Mit zunehmendem verfügbarem Haushaltseinkommen verändert sich das Konsumverhalten.
  • Der VPI ist nicht immer ein kohärenter und nützlicher Indikator im internationalen Vergleich, da die Zusammensetzung und Gewichtung der Waren und Dienstleistungen im „Warenkorb“ von Land zu Land variieren kann.
  • Der große Vorteil des VPI ist seine Unmittelbarkeit.

Die Nachfrageinflation

Die Hauptursache ist ein übermäßiges Wachstum der Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, das die Produktionskapazität der Wirtschaft übersteigt. Zusammen mit steigenden Preisen sind die Symptome, die diesen Prozess begleiten, ein Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität und der Beschäftigung auf kurze Sicht sowie ein Trend zum Netto-Defizit durch wachsende Importe.

Preiserhöhungen führen zu:

  1. Zunehmender wirtschaftlicher Aktivität und zyklischer Beschäftigung.
  2. Tendenz zum Leistungsbilanzdefizit und zur Abwertung der Landeswährung.

Wirtschaftspolitische Maßnahmen

Wirtschaftspolitische Programme zielen auf Folgendes ab:

  • Begrenzung der Staatsausgaben für Waren und Dienstleistungen durch eine restriktive Fiskalpolitik.
  • Begrenzung der Ausgaben für den privaten Konsum durch eine restriktive Geldpolitik mit höheren Zinsen.

Angebotsinflation (Kostendruckinflation)

Quelle: Die autonome Erhöhung der Produktionskosten, unabhängig von der Bewegung der Gesamtnachfrage, welche die produktiven Kapazitätsgrenzen der Wirtschaft erreicht.

Weitere Symptome:

  1. Rückgang der Wirtschaftstätigkeit und steigende Arbeitslosigkeit.
  2. Das Leistungsbilanzdefizit verringert sich weniger intensiv als in Situationen mit Nachfrageüberhang, aufgrund der dämpfenden Wirkung der Importreduzierung, die jeden wirtschaftlichen Abschwung begleitet.

Strukturelle Inflation

Sie wird als strukturelles Phänomen verstanden, das mit institutionellen Faktoren der Arbeit zusammenhängt, welche das Funktionieren wettbewerbsfähiger Märkte einschränken.

  • Aus Sicht des heimischen Marktes: Unter weniger wettbewerbsfähigen Bedingungen können Unternehmen höhere Kosten leicht an die Preise weitergeben, ohne befürchten zu müssen, ihren Absatz oder Gewinn zu verringern.
  • Aus der Perspektive des internationalen Marktes: Die Inflation wird in einer Wirtschaft deutlich geringer ausfallen, je niedriger das Preisniveau des internationalen wirtschaftlichen Umfelds (ihr wichtigster Markt) ist und je geringer das relative Gewicht nicht-kompetitiver und weniger produktiver Sektoren im Gesamtangebot der Wirtschaft ist.

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