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Argentinien

Argentinien ist der wichtigste Weinproduzent Südamerikas und zählt zu den bedeutendsten Weinexporteuren der Neuen Welt. Der Weinbau konzentriert sich entlang der Anden im Westen des Landes.

Der entscheidende Qualitätsfaktor im argentinischen Weinbau ist die Höhenlage.

Hohe→kühlere Temperaturen+größere Tag-Nacht Unterschiede -> höhere Säure + dickere Beerenschalen

Die Kombination aus: intensiver Sonneneinstrahlung, kühlen Nächten, niedriger Luftfeuchtigkeit, und Bewässerung durch Schmelzwasser der Anden ermöglicht die Produktion sehr konzentrierter, gleichzeitig aber frischer Weine.

Das Klima Argentiniens ist: trocken, sonnig, kontinental, mit geringem Pilzdruck. Die meisten Weinberge liegen zwischen 500 und 1600 m Seehöhe, in Salta sogar bis über 3000 m.

Auswirkungen der Höhe

Mit zunehmender Höhe: sinken die Nachttemperaturen, verlängert sich die Vegetationsperiode, steigt die Säure, werden die Beerenschalen dicker, steigen Farb- und Tanninintensität.

Die hohe UV-Strahlung zwingt die Reben zu einem natürlichen Schutzmechanismus:
→ dickere Schalen mit mehr Phenolen und Farbstoffen.

Große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht helfen: Zuckerreife zu erreichen, gleichzeitig Säure zu erhalten.

Bewässerung

Da während der Reifezeit kaum Niederschläge fallen, ist Bewässerung lebensnotwendig.

Anden Schmelzwasser→Bewässerung→Weinbau in trockenen Regionen

Traditionell: Flutbewässerung / Heute zunehmend: Tröpfchenbewässerung, präzisere Wassersteuerung

Vorteile moderner Bewässerung: bessere Qualitätskontrolle, geringere Erträge, gezielter Wasserstress.


Reberziehung und Rebmaterial

Traditionell dominiert das Parral-System (Pergola): hohe Erträge, häufig für Criolla-Sorten, eher einfache Qualitäten.

Moderne Qualitätsweinberge verwenden: Espaldera (Drahtrahmen), bessere Laubarbeit, bessere Belüftung, geringere Erträge.

Viele Weinberge sind: wurzelecht, also nicht auf Unterlagsreben gepfropft. Die Reblaus existiert zwar in Argentinien, ist jedoch weniger aggressiv als in Europa.

Unterlagsreben werden trotzdem verwendet wegen: Trockenheit, Salzgehalt im Boden, Nematoden.

Ein wichtiger WSET-Punkt: Argentinien besitzt viele alte Reben. Über 40 % der Rebstöcke sind älter als 25 Jahre.

Besonders bedeutend: alte Malbec-Reben in Luján de Cuyo.


Rebsorten
Malbec
Malbec ist die wichtigste Rebsorte Argentiniens und umfasst rund 38.000 ha. Ursprünglich wurde Malbec: als Verschnittpartner mit Cabernet Sauvignon und Merlot verwendet.

Heute: meist reinsortig vinifiziert. Typische Eigenschaften: tiefe Farbe, kräftige Tannine, dunkle Frucht, Pflaume, Schwarzkirsche, Veilchen, Schokolade. Malbec eignet sich hervorragend für Barrique-Ausbau.

Einfluss der Höhenlage auf Malbec

Tiefer gelegene Weinberge:voller Körper, reifere Frucht, höherer Alkohol, opulenter Stil. Hochgelegene Weinberge: frischere Aromatik, höhere Säure, floralere Noten, präzisere Tannine, mineralischer Eindruck.

Bonarda

Bonarda ist die zweitwichtigste rote Sorte. Wichtig: Die argentinische Bonarda ist ident mit Douce Noire aus Savoyen und NICHT mit Bonarda Piemontese.

Früher: hauptsächlich für einfache Weine. Heute: deutlicher Qualitätsanstieg, fruchtbetonte, weiche, zugängliche Rotweine. Vor allem: Ost-Mendoza.

Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon ist die am stärksten expandierende Rebsorte Argentiniens.

Verwendung: reinsortig, Premium-Cuvées, besonders im Uco Valley.

Typische Eigenschaften: schwarze Johannisbeere, Struktur, Frische in Hochlagen.

Torrontés Riojano

Torrontés Riojano ist die wichtigste weiße Rebsorte Argentiniens.

Schwerpunkte: Salta, La Rioja, San Juan.

Typischer Stil: intensiv aromatisch, Rosenblüte, Muskat, exotische Frucht, dennoch meist trocken.

Wichtig: Die Nase wirkt oft süßlich, der Wein ist jedoch trocken.


Mendoza

Mendoza produziert über 75 % des argentinischen Weins. Klima: trocken, wüstenartig, kaum Niederschläge.

Bewässerung: essenziell. Höhenlagen: ca. 430–1600 m.

Gefahren: Hagel wichtiger als Frost.

Böden: alluvial, sandiges Schwemmland über Ton.

Uco Valley

Das Uco Valley ist die wichtigste moderne Premiumregion Argentiniens.

Merkmale: hohe Lagen, kühleres Klima, kalkhaltige Böden, niedrige Erträge, hohe Säure.

Stil: präzise, frisch, mineralisch, terroirgeprägt.

Luján de Cuyo DOC

Erste DOC Argentiniens (1993).

Bekannt für: alte unveredelte Malbec-Reben, klassischen Malbec-Stil.

Stil: reif, weich, voll, dunkelfruchtig, häufig Barrique-Ausbau.

Maipú

Etwas wärmer und tiefer gelegen als Luján.

Charakter: traditionelle Kellereien, teilweise große Produktionsmengen.

Wichtige Sorten: Malbec, Syrah, Bonarda, Cabernet Sauvignon.

Im Osten: stärker volumenorientierte Produktion.


Salta / Calchaquí Valleys

Salta zählt zu den spektakulärsten Weinregionen der Welt.

Höhenlagen: 1500–3100 m.

Klima: extrem trocken, über 300 Sonnentage, intensive UV-Strahlung.

Tag/Nacht-Unterschiede: sehr groß.

Dadurch: hohe Säure trotz reifer Frucht.

Typische Rebsorten: Torrontés, Malbec, Cabernet Sauvignon, Tannat.

Torrontés aus Cafayate gilt als Benchmark Argentiniens.


San Juan

San Juan ist: heißer, trockener, sonnenreicher als Mendoza.

Beste Gebiete: Pedernal, Zonda.

Wichtigste Sorte: Syrah/Shiraz.

Stil: kraftvoll, würzig, dennoch Frische durch Höhenlagen.


Patagonia

Patagonia ist Argentiniens wichtigste Cool-Climate-Region.

Merkmale: kühles Klima, starke Winde, lange Tageslichtdauer, hohe Säure.

Die Winde: reduzieren Krankheitsdruck, verdicken die Beerenschalen.

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