Die Verfassung von 1876: Das politische System unter Cánovas
Eingeordnet in Geschichte
Geschrieben am in
mit einer Größe von 2,09 KB
Die Verfassung von 1876 und die Monarchie
Die Verfassung von 1876 bildete die Grundlage der Monarchie und definierte die politischen Parteien sowie die grundlegenden Institutionen des Staates. Sie etablierte einen schriftlichen Text, der die Machtbefugnisse des Königs und die Kontrolle durch den Kongress regelte.
Religiöse Toleranz und politische Struktur
In Bezug auf die Religion strebte die Konferenz nach einer Einheit des Katholizismus, während sie gleichzeitig eine eklektische Formel der Toleranz förderte. Das politische System zeichnete sich durch folgende Merkmale aus:
- Zentralismus: Stärkung der administrativen und politischen Kontrolle.
- Zwei-Kammer-Parlament: Etablierung einer parlamentarischen Struktur.
- Eingeschränkte Freiheiten: Die Regierung behielt weitreichende Befugnisse bei der Ernennung von Amtsträgern.
Das politische System unter Cánovas
Die Verfassung wurde am 30. Juni 1876 verkündet und blieb bis 1931 in Kraft. Das System stützte sich auf zwei tragende Säulen: die Souveränität des Königs und das Zusammenspiel zwischen Verfassung und Gesetz.
Wahlrecht und politische Klasse
Das Zensuswahlrecht beschränkte die Bürgerbeteiligung auf lediglich 5 % der Bevölkerung. Die politische Klasse setzte sich aus einflussreichen bürgerlichen Kreisen zusammen, wobei die Macht zwischen zwei Hauptströmungen wechselte:
- Konservative: Unter der Führung von Cánovas del Castillo, gestützt auf Großgrundbesitzer, hohe Beamte, Militärs und den Adel.
- Liberale: Unter der Führung von Sagasta, bestehend aus progressiven Demokraten sowie der unteren und mittleren Bourgeoisie.
Zentralisierung und administrative Reformen
Ein wesentliches Merkmal der Gesetzgebung war die Stärkung des Zentralismus. Dies beinhaltete die Beseitigung regionaler Privilegien, die Einführung einer allgemeinen Steuerpflicht und die staatliche Kontrolle über Stadtverwaltungen und Provinzen.