Verhaltensbiologie: Instinkte, Lernprozesse und Gedächtnis
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Instinktverhalten und angeborene Muster
Von festen Mustern bis hin zu komplexen Maßnahmen: Bei der Entstehung einer Spezies spielen spezifische Verhaltensweisen eine entscheidende Rolle. Die Merkmale dieser Verhaltensweisen sind:
- 1. Spezifisch: Charakteristisch für die Spezies.
- 2. Stereotyp: Laufen immer gleich ab.
- 3. Unaufhaltsam: Einmal begonnen, laufen sie bis zum Ende durch.
- 4. Angeboren: Sie müssen nicht erlernt werden.
- 5. Beständig: Sie sind resistent gegen Änderungen.
- 6. Ausgelöst: Sie werden durch einen spezifischen Reiz aktiviert.
Obwohl angeborene Reflexe als Grundlage für neue Lernprozesse dienen können, lassen sich erlernte Muster nicht mit bedingten Reflexen gleichsetzen.
Gewöhnung und Sensibilisierung
Alle Organismen verfügen über Mechanismen, die es ihnen ermöglichen, ihre Strukturen und Funktionen durch Interaktionsprozesse mit der Umwelt anzupassen. Habituation (Gewöhnung) und Sensibilisierung sind Formen des nicht-assoziativen Lernens, die bei allen Arten vorkommen und grundlegend für die Anpassung an die Umwelt sind.
- Habituation: Das Phänomen, bei dem die Reaktion auf einen repetitiven Reiz abnimmt.
- Sensibilisierung: Ein Anstieg der Reaktion auf bestimmte Umweltereignisse.
Diese Prozesse dienen dazu, die Organisation und Steuerung des Verhaltens zu optimieren, irrelevante Reize auszublenden und sind nicht-assoziativ, da keine Verknüpfung zwischen verschiedenen Ereignissen stattfindet.
Ursachen des Vergessens
Das Vergessen kann vielfältige Ursachen haben:
- Verletzung oder Degeneration des Gehirns: Gedächtnisverlust durch neurologische Schäden oder Erkrankungen (z. B. Alzheimer oder Korsakow-Syndrom).
- Repression (Motiviertes Vergessen): Das bewusste oder unbewusste Verdrängen schmerzhafter oder störender Informationen.
- Interferenz: Wettbewerb zwischen verschiedenen Informationen. Man unterscheidet:
- Proaktive Interferenz: Früher Gelerntes erschwert das Lernen neuer Informationen.
- Retroaktive Interferenz: Neue Informationen stören den Abruf bereits gespeicherter Erinnerungen.
- Mangelnde Verarbeitung: Informationen werden nicht tief genug verarbeitet und lösen sich mit der Zeit auf, wenn sie nicht genutzt werden.
- Unangemessener Kontext: Informationen sind schwer abrufbar, wenn der Kontext beim Abruf nicht mit dem Kontext beim Lernen übereinstimmt (zustandsabhängiges Gedächtnis).