Vernunft und Leidenschaft: Philosophie der Neuzeit
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Vernunft und Liebe: Die Philosophie der Krise
Im 17. und 18. Jahrhundert (Siglo XVII und XVIII) herrschte eine permanente wirtschaftliche Krise und eine neue philosophische Kulturpolitik. Der Mensch (Hombre) wurde von seinem Platz in der Mitte des Universums entthront und den Leidenschaften sowie der Vergänglichkeit des Lebens, der Kontingenz und dem Zufall (Azar) unterworfen.
Es gibt keine absoluten Wahrheiten mehr, sondern nur den Schein und die Begeisterung für das Leben. Das Leben ist ein Traum (Calderón) und die Welt ein Theater; das Leben ist Illusion (Pascal), und der Mensch lebt in Lüge und Heuchelei.
Das Problem des Dualismus und René Descartes
René Descartes, der Begründer der Renaissance-Philosophie, schlug vor, mit der mittelalterlichen Scholastik zu brechen und die intellektuelle Landschaft zu erneuern. Seine Methode ist der Zweifel: Alles zu bezweifeln, um eine Wahrheit zu finden, die unbezweifelbar ist und deren Existenz nicht zu leugnen ist. Das Ergebnis: „Ich denke, also bin ich“ (Cogito ergo sum).
Mit diesem Grundsatz kehrte die Vernunft als symbolträchtiges Zeichen zurück. Der Glaube an den Menschen war autark für das Verständnis und die Veränderung der Wirklichkeit. Descartes beschrieb die Welt und den Menschen als bestehend aus zwei Substanzen:
- Denkende Substanz (Res cogitans): Bewusstsein, Selbst, Geist, Seele.
- Ausgedehnte Substanz (Res extensa): Materie, externer Stoff.
Aus der Reflexion über die Beziehung zwischen dem Körper als Maschine (regiert durch die Gesetze der Physik und Biologie) ergab sich zunächst kein Raum für Freiheit. Der menschliche Geist jedoch zeichnet sich durch die Freiheit des menschlichen Willens aus.
Freiheit, Leidenschaft und das Glück
Man sollte dort ansetzen, wo Leidenschaften und Emotionen getrennt werden, um zwischen Körper und Geist zu unterscheiden. Wenn der Geist über den Körper gestellt wird, erlangt der Mensch seine Freiheit. Aber nur, wenn die Freiheit von der Vernunft geleitet wird und keine Fehler macht, führt dies zum Glück. Leidenschaften und Emotionen müssen durch die Vernunft (Razon) gerichtet werden.
Das Problem der menschlichen Natur
Die Krise und der Mentalitätswandel steigerten moralische und politische Betrachtungen. Es stellt sich die Frage: Ist der Mensch gut? Verschiedene Ansätze antworteten darauf:
- John Locke: Im Naturzustand sind Menschen frei und gleich. Sie sind nicht unbedingt gut und können die Rechte und Freiheiten anderer verletzen. Dennoch gibt es ein angeborenes moralisches Gesetz und das Recht auf Eigentum (Propiedad).
- Jean-Jacques Rousseau & die Aufklärung: Die Vernunft ist ein Werkzeug, um Unwissenheit und Dogmatismus zu bekämpfen. Es folgt die Entwicklung der Wissenschaft und ein Optimismus für den Fortschritt zur Erreichung des Glücks über den enzyklopädischen Weg. Dies führt zur Säkularisierung des Denkens.