Vertriebswege und Organisationsformen im Tourismus
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Vertriebswege der Reiseveranstalter
Im Tourismus wird zwischen dem direkten und dem indirekten Vertrieb unterschieden:
- Direkter Vertrieb (Eigenvertrieb):
- Zentrale Distribution: Direktmarketing, Katalog, Telefon, Internet, Online-Vertrieb und Bildschirmtext.
- Dezentrale Distribution: Filialen und Reisende.
- Indirekter Vertrieb (Fremdvertrieb):
- Branchenspezifische Distributionskanäle: Filialen und Reisende.
- Branchenfremde Distributionskanäle: Warenhäuser, Banken, Verbände, Clubs und Lottoannahmestellen.
Definitionen: Tourismus und Touristik
Die Welttourismusorganisation (WTO) definiert Tourismus als: "Aktivitäten einer Person, die für weniger als einen bestimmten Zeitraum an einen Ort außerhalb ihrer gewöhnlichen Umgebung reist, wobei der Hauptreisezweck ein anderer ist als die Ausübung einer Tätigkeit, die vom besuchten Ort aus vergütet wird."
Als Touristik wird zum einen die seit dem 19. Jahrhundert entstandene Struktur des organisierten Reiseverkehrs bezeichnet. Die Touristik ist eine Untermenge des Wirtschaftsbereiches Tourismus, die sich in erster Linie mit der Geschäftstätigkeit von Reisemittlern (Reisebüros) und Reiseveranstaltern beschäftigt.
Aufbauorganisation in Hotelbetrieben
Die Aufbauorganisation eines Unternehmens beschreibt die hierarchische Ordnung der organisatorischen Aktionseinheiten. Eine übliche Organisationsform in Hotelbetrieben ist die funktionale Organisation (Spezialisierung nach Verrichtung).
Es entstehen zunehmend Organisationsformen, die netzartig und modular angelegt sind. Dabei erfolgt eine Trennung zwischen den operativen Bereichen und Abteilungen sowie den unterstützenden, planenden Bereichen. In der Praxis wird zwischen leistungserstellenden Abteilungen (Operations) und administrativen Abteilungen unterschieden. Das Ziel dieser Trennung ist die Erzielung von Synergieeffekten.
Betriebsformen der Hotellerie
- Individualhotel: Ein Einzelhotel, das rechtlich und wirtschaftlich selbstständig sowie unabhängig durch den Unternehmer geführt wird.
- Hotelketten: Hotelgesellschaften bzw. Hotelkonzerne, die eine bestimmte Konzeption, meist im Sinne einer Marke, verfolgen und unter einheitlicher Leitung (Zentrale) geführt werden.
- Hotelkooperationen: Individualhotels, die sich freiwillig zusammengeschlossen haben, um betriebliche Aufgaben effizienter zu lösen.
Systeme und Merkmale der Hotellerie
- Franchisesystem: Ein vertikaler Zusammenschluss rechtlich und wirtschaftlich selbstständiger Hotels. Der Franchisegeber überlässt dem Hotel Markenzeichen, Konzepte und Maßnahmen.
- Filialsystem: Ein Unternehmen mit mehreren rechtlich unselbstständigen Hotels.
- Individualhotellerie: Diese Betriebe gehören keiner Kette an und haben sich keiner Kooperation oder Franchiseorganisation angeschlossen. Merkmale sind: Familienbetrieb, kleine und mittlere Betriebe, die zum größten Teil als Pacht- oder Eigentümerbetriebe geführt werden. Der Einzelunternehmer trägt die volle Verantwortung, das volle Risiko und die volle Haftung. Sie befinden sich meist im unteren und mittleren Qualitäts- und Preissegment.
- Hotelkette: Unternehmen mit mehreren oder gleichen Hotels, die unter einheitlicher Leitung geführt werden. Merkmale sind eine starke Marke, einheitliche Qualitätsstandards und Standardisierung. Wesentliche betriebswirtschaftliche Bereiche werden von der Konzernzentrale gesteuert.
Kooperationen und Kundenbindung
Hotelkooperationen stellen einen horizontalen Zusammenschluss rechtlich und wirtschaftlich selbstständiger Hotels dar. Ein Privathotel kann Teil einer oder mehrerer Hotelkooperationen sein, als Franchisenehmer agieren oder als Kettenhotel geführt werden.
Kooperationsintensität
Die Intensität der Zusammenarbeit zeigt sich in folgenden Punkten:
- Informations- und Erfahrungsaustausch.
- Gemeinsame Marktforschung.
- Ausgliederung einer Unternehmensfunktion (Einkauf, Vertrieb, Werbung, Schulung).
- Rechtliche Ausgliederung eines Systemkopfes.
Kundenbindung in der Hotellerie
Kundenbindung basiert auf Erwartungen, erfüllten Erwartungen, Wechselbarrieren und Begeisterungsfaktoren. In der Hotellerie wird dies primär durch ein professionelles Beschwerdemanagement und ein konsequentes Qualitätsmanagement sichergestellt.